Donald Trump während einer Wahlkampfveranstaltung in Columbus, Ohio © Paul Vernon/AP/dpa

Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) scharf kritisiert. "Deutschland hat gerade viele Probleme, darunter eine nie dagewesene Kriminalität", sagte Trump dem Fernsehsender Fox News und prophezeite ein "totales Desaster". Zwar müsse den Flüchtlingen geholfen werden, "wir sollten aber Schutzzonen in Syrien schaffen und nicht ganz Europa zerstören", sagte Trump. Europa erlebe Probleme, die der Kontinent seit "einer Million Jahren" nicht gesehen habe.

Trump kritisierte ebenfalls, dass Angela Merkel vom US-Magazin Time als "Persönlichkeit des Jahres" ausgezeichnet wurde. "Ich glaube, sie haben die Person ausgewählt, die Deutschland wirklich enormen Schaden zugefügt hat", sagte er. Außerdem trage Deutschland mit der Flüchtlingspolitik Verantwortung für "viele der Probleme", die es derzeit in Europa gebe.

Das US-Magazin Time kürt seit 1927 Persönlichkeiten, die in den Augen der Redaktion das Weltgeschehen des Jahres besonders beeinflusst haben. Merkel erhielt den Titel für ihre Rolle als unverzichtbare Krisenmanagerin in der Europäischen Union. Vor allem in der griechischen Schuldenkrise und beim Umgang mit dem historischen Flüchtlingsandrang habe sie Führungsstärke bewiesen. Auf seiner Titelseite bezeichnete das Magazin Merkel als "Kanzlerin der freien Welt".

Donald Trump landete in der Time-Rangliste auf dem dritten Platz. Der Milliardär liegt in den Umfragen zur republikanischen Präsidentschaftskandidatur seit Monaten an der Spitze und sorgt immer wieder mit beleidigenden und fremdenfeindlichen Äußerungen für Empörung. Zuletzt forderte er einen vollständigen Einreisestopp für Muslime in die USA.