Die Friedensverhandlungen für ein Ende des Bürgerkrieges im Jemen sind wegen der neu aufgeflammten Kämpfe gescheitert. Die Vereinten Nationen teilten mit, die Gespräche in der Schweiz zwischen den Konfliktparteien seien beendet worden. Der UN-Sondergesandte für den Jemen, Ismail Ould Cheikh Ahmed, werde sich auf einer Pressekonferenz zu dem Thema äußern.

Seit dem vergangenen Jahr herrscht im Jemen Bürgerkrieg. Auf der einen Seite stehen die vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen und Soldaten des früheren Präsidenten Ali Abdullah Salih. Sie kämpfen gegen Getreue von Staatschef Abed Rabbo Mansur Hadi, die von sunnitischen Staaten mit Luftangriffen unterstützt werden.

Beide Seiten hatten am vergangenen Dienstag in dem schweizerischen Ort Magglingen im Kanton Bern einen neuen Anlauf für Friedensgespräche genommen. Parallel dazu sollte eine Woche lang eine Waffenruhe gelten, damit humanitäre Hilfe zur notleidenden Zivilbevölkerung gelangen kann. Doch die Waffenruhe erwies sich von Anfang an als brüchig. Die Rebellen brachen am Freitag aus Protest die Gespräche mit der Regierungsdelegation ab.

Am Samstag kam es in der Nähe der Stadt Harad im Nordwesten des Landes zu heftigen Gefechten, die regierungstreue Kräfte am Donnerstag von den schiitischen Aufständischen zurückerobert hatten. Regierungseinheiten versuchten zugleich, auf die Hauptstadt Sanaa vorzurücken. In den vergangenen drei Tagen sollen mehr als 40 Rebellen und 35 Regierungssoldaten getötet worden sein. Auf beiden Seiten gab es nach Berichten von Augenzeugen Dutzende Verletzte.

Insgesamt wurden in dem Konflikt nach UN-Angaben seit März mehr als 5.800 Menschen getötet, etwa die Hälfte von ihnen Zivilisten. Mehr als 27.000 weitere Menschen wurden verletzt.