Der tschechische Präsident Miloš Zeman (Archivbild) ©RIA Novosti/Reuters

Der tschechische Präsident Miloš Zeman hat sich in seiner Weihnachtsansprache entschieden dagegen ausgesprochen, Asylbewerber in Tschechien aufzunehmen: "Dieses Land ist unser Land, es ist nicht für alle da und kann auch nicht für alle da sein", sagte er zum Abschluss seiner von mehreren TV-Sendern ausgestrahlten Ansprache.

Zeman verglich die Flüchtlinge mit einem Trojanischen Pferd und forderte junge Männer aus Syrien auf, nicht nach Europa zu fliehen, sondern in ihrer Heimat gegen die Islamisten zu kämpfen.

Die Willkommenskultur Europas nannte er naiv: "Manchmal komme ich mir vor wie Kassandra, die davor warnt, das Trojanische Pferd in die Stadt zu holen. Aber ich bin zutiefst überzeugt, dass das, womit wir es hier zu tun haben, keine spontane Fluchtbewegung ist, sondern eine organisierte Invasion."

Anfang Dezember hatten Regierungschefs von vier EU-Staaten – darunter auch Tschechien – gefordert, die EU-Außengrenzen angesichts der Flüchtlingskrise schärfer zu bewachen. Damit wollen sie sicherstellen, dass es innerhalb der EU keine Grenzkontrollen braucht.

Tschechien, Ungarn, Polen und die Slowakei sind entschiedene Gegner der von der EU beschlossenen Verteilung der Flüchtlinge nach einem verpflichtenden Quotenplan. Die Slowakei hatte dagegen geklagt.

Die Staaten wollen die Gruppe Freunde von Schengen gründen. Tschechiens Ministerpräsident Bohuslav Sobotka hatte gesagt, diese Gruppe werde sich dafür einsetzen, die Außengrenzen des Schengen-Raums "wirksam zu schützen".