Die USA bereiten nach Informationen von US-Medien neue Sanktionen gegen den Iran vor. Es wären die ersten Sanktionen seit der Einigung auf das Atomabkommen im Juli, dem eigentlich der Abbau von Sanktionen folgen sollte. Die Strafmaßnahmen sollen sich gegen mehrere Firmen und Einzelpersonen im Iran, in Hongkong und den Vereinigten Arabischen Emiraten richten, meldeten CNN und das Wall Street Journal unter Berufung auf Regierungsvertreter. Grund sei deren mutmaßliche Mithilfe bei der Entwicklung des iranischen Raketenprogramms. Die Sanktionen seien eine Reaktion auf die iranischen Raketentests im Oktober und November.

Irans Regierung reagierte auf die Berichte mit der Drohung, das Raketenprogramm, gegen das sich die Sanktionen richten sollen, auszuweiten. "Falls diese feindselige und intervenierende Politik der USA wiederholt werden sollte, dann sind die Streitkräfte verpflichtet, das Atomprogramm auszuweiten und zu beschleunigen", schrieb Präsident Hassan Ruhani an Verteidigungsminister Hussein Dehghan. Der Iran werde keine Beschränkung seines Raketenprogramms dulden, hieß es in dem Brief, der auf Ruhanis Webseite veröffentlicht wurde. In dem Schreiben weist der Präsident darauf hin, dass das Raketenprogramm nicht Teil des im Juli erzielten historischen Abkommens über das iranische Atomprogramm sei.

Zuvor hatte das iranische Außenministerium die Pläne als illegal bezeichnet. Der Iran habe ein legitimes Recht, sein Verteidigungspotenzial für die innere Sicherheit zu erhöhen, teilte das iranische Außenministerium mit. Das Vorhaben der Amerikaner würden den Iran nicht an diesem Recht hindern. Das habe Irans Regierung der amerikanischen Seite bereits mitgeteilt, berichtet die iranische Nachrichtenagentur Isna. Die US-Regierung hatte sich beim Abschluss des Atomabkommens das Recht auf Sanktionen im Zusammenhang mit dem Raketenprogramm, der Finanzierung von Terrorismus sowie Menschenrechtsverstößen vorbehalten. 

Der Iran hatte im Oktober eine neue Mittelstreckenrakete erfolgreich getestet, was die USA als Verstoß gegen eine Resolution des UN-Sicherheitsrats gewertet hatten. Israel fühlt sich vom iranischen Raketenprogramm existenziell bedroht und hat mehrmals indirekt mit Luftschlägen gegen die Anlagen gedroht. 

Der Iran hatte sich mit der 5+1-Gruppe – den fünf UN-Vetomächten USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland – auf eine deutliche Beschränkung seines Atomprogramms geeinigt. Damit soll die Sorge der Weltgemeinschaft vor einer iranischen Atombombe zerstreut werden. Im Gegenzug sollen die Wirtschaftssanktionen gegen Teheran fallen. Mit diesem Schritt wird spätestens im Februar 2016 gerechnet.