Die USA haben Russland Luftangriffe auf zivile Ziele in Syrien vorgeworfen. Bei den Bombardements seien Hunderte Zivilisten getötet worden, sagte Außenamtssprecher Mark Toner. Die Kampfjets hätten medizinische Einrichtungen, Schulen und Märkte attackiert. Im Oktober und in der ersten Novemberhälfte seien mehr als 130.000 Syrer in die Flucht getrieben worden, viele von ihnen wegen der russischen Angriffe.

Die Menschenrechtsorganisationen Amnesty International, Human Rights Watch sowie syrische Aktivisten hatten der russischen Armee kürzlich vorgeworfen, bei ihren Luftangriffen Zivilisten zu töten und dabei auch Streumunition einzusetzen. Der Sprecher sagte, diese Berichte seien "extrem verstörend". Nach Angaben des State Departments äußerte US-Außenminister John Kerry bei einem Gespräch mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow seine Besorgnis über die Bombardierung ziviler Ziele.  Über die Reaktion Lawrows wollten US-Vertreter zunächst keine Angaben machen.

Die scharfe Kritik an Russland kommt wenige Tage vor dem geplanten Beginn der Verhandlungen zwischen Vertretern von Assad und einer Delegation der Opposition. Ziel sind eine Übergangsregierung, Wahlen und eine neue Verfassung binnen 18 Monaten in dem seit 2011 von einem Bürgerkrieg gezeichneten Land.

Die USA konzentrierten sich darauf, einen " Prozess anzustoßen, der endlich zu einem Ende der Gewalt in Syrien und einem neuen politischen Weg nach vorne für das syrische Volk führen könnte", sagte Toner. "Attacken auf jene, die Teil dieses politischen Prozesses sein könnten sowie Attacken auf unschuldige Zivilisten untergraben Bemühungen um eine politische Lösung."

Russland unterstützt nach eigenen Angaben die Truppen von Staatschef Baschar al-Assad im Kampf gegen Dschihadisten. Die US-geführte Allianz wirft der Regierung in Moskau allerdings vor, auch mit dem Westen verbündete gemäßigte Rebellen zu bekämpfen. Russland weist dies zurück.