Unter der Führung Saudi-Arabiens greift nun auch ein Bündnis islamischer Staaten in den internationalen Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) ein. Nach Angaben des sunnitischen Königreichs gehören der Militärallianz insgesamt 34 Nationen an, darunter die Türkei und Katar. Koordiniert werden sollen die Einsätze in der saudischen Hauptstadt Riad.

In der Allianz verbünden sich muslimische Länder mehrerer Kontinente, etwa westafrikanische Mali, das südostasiatische Malaysia, der Libanon, Ägypten und benachbarte Golfstaaten wie die Vereinigten Arabischen Emirate. Nationen mit großen Militärapparaten wie Pakistan oder die Türkei sind ebenso dabei wie Krisenländer wie Libyen und der Jemen und kleine Staaten wie die Malediven und Bahrain. Vom afrikanischen Kontinent gehören neben Mali auch der Tschad, Somalia und Nigeria dem Bündnis an. Saudi-Arabiens regionaler Rivale, der schiitisch geprägte Iran, ist dagegen nicht Teil der Koalition. Die beiden Länder stehen bei den Konflikten in Syrien und im Jemen auf unterschiedlichen Seiten. Saudi-Arabien führt zurzeit die Militärkoalition gegen die schiitischen – und vom Iran unterstützen – Huthi-Rebellen im Jemen an.

Seitens Saudi-Arabiens hieß es, Ziel der Allianz sei die Bekämpfung des Terrorismus "in jeder Form". Geplant sind Einsätze im Irak sowie in Syrien, Libyen, Ägypten und Afghanistan. Aktionen vor allem in Syrien und im Irak würden international abgestimmt. "Wir werden gegen jede terroristische Organisation kämpfen, nicht nur gegen den 'Islamischen Staat'", sagte der stellvertretende Kronprinz und Verteidigungsminister Mohammed bin Salman. Diese Koalition verdeutliche das Anliegen der "islamischen Welt, Partner im weltweiten Kampf gegen diese Geißel zu sein".

Genau ein solches Engagement hatten die USA wiederholt von den Golfstaaten gefordert. Bei einem Besuch des Nationalen Sicherheitsrats im Pentagon erneuerte US-Präsident Barack Obama diese Bitte. "So, wie die USA nun bei diesem Einsatz mehr leisten, genau wie unsere Verbündeten Frankreich, Deutschland, das Vereinigte Königreich, Australien und Italien es tun, so müssen dies auch andere machen", sagte er und kündigte an, dass Verteidigungsminister Ashton Carter umgehend in die Region reisen werde. 

9.000 Angriffe, acht IS-Führer tot

Obama zog zugleich eine erste Bilanz der Luftangriffe gegen den IS. So hätten die USA und ihre Verbündeten seit Beginn des Kriegs fast 9.000 Angriffe geflogen, im Irak habe die Terrormiliz rund 40 Prozent der einst von ihr kontrollierten bevölkerten Gebiete verloren. In letzter Zeit habe man zunehmend Öltankwagen und die Ölinfrastruktur der Dschihadisten ins Visier genommen.

Nun, so der US-Präsident weiter, werde man verstärkt die IS-Führung unter Beschuss nehmen: "IS-Anführer können sich nicht verstecken und unsere Botschaft ist einfach: Du bist als Nächster dran." Obama nannte konkret acht Mitglieder der IS-Führung, die bereits in diesem Jahr beim Einsatz gegen die Terrormiliz ums Leben gekommen seien. Darunter seien unter anderem die Nummer zwei der IS-Führung, der Kopf der IS-Führung in Libyen sowie führende Kräfte der Finanzverwaltung der Miliz. Auch der durch IS-Videos bekannt gewordene berüchtigte Henker Dschihadi John war darunter.

Kerry bei Putin und Lawrow

Bislang umfasste der Einsatz vor allem Operationen aus der Luft mit Kampfflugzeugen, Bombern und Drohnen. Dies soll sich nun ändern: Nach Angaben des Weißen Hauses hat Obama auch den Einsatz von Spezialeinheiten bewilligt, deren Arbeit bereits begonnen habe. "Die Intensivierung unserer Anstrengungen innerhalb Syriens hat begonnen", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest.

Auch auf diplomatischer Ebene gehen die Bemühungen um eine Lösung in dem Bürgerkriegsland weiter. An diesem Dienstag trifft US-Außenminister John Kerry in Moskau sowohl Russlands Präsidenten Wladimir Putin als auch seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow. Im Mittelpunkt der Gespräche dürften vor allem die Luftangriffe auf den IS stehen, die Russland und die USA allerdings unabhängig voneinander durchführen. Zuletzt hatte Russland kritisiert, dass die US-geführte Koalition ihre Angriffe in Syrien nicht ausreichend mit Moskau koordiniert.

"Islamischer Staat" - Saudi-Arabien schließt Militärbündnis gegen Terrorismus Zusammen mit 34 Ländern koordiniert Saudi-Arabien den Kampf gegen den Terrorismus. Der schiitische Iran, der ebenfalls seinen Einfluss in der Region geltend macht, gehört nicht zum Bündnis.