Nach Monaten gesitteter Auseinandersetzungen überhäufen sich die beiden wichtigsten demokratischen Präsidentschaftsbewerber jetzt mit gegenseitigen Anschuldigungen. Hillary Clintons Wahlkampfteam wirft dem Rivalen Bernie Sanders vor, Informationen über potenzielle Wähler im Wert von mehreren Millionen Dollar gestohlen zu haben. Sanders Seite beschuldigt die Führung der Demokraten dagegen, dem Team die Informationen aus einer Datenbank vorzuenthalten – und so Partei für Clinton zu ergreifen.

Wie die New York Times berichtet, kam Sanders Team durch eine Softwarepanne an die Daten. Als das Clinton-Team den Vorfall bemerkt habe, habe es sofort den Zugang gesperrt.

Das Democratic National Committee (DNC) hat inzwischen zugestimmt, dass das Sanders-Team ab dem heutigen Samstag wieder an seine Daten kommt. Zu diesem Zweck hatte das Sanders-Team vor einem Bundesgericht Klage eingereicht. Sanders Wahlkampfmanager Jeff Weaver sah sich von der Führung der Demokratischen Partei benachteiligt. Das Gerichtsverfahren wird dennoch fortgeführt. Dem DNC zufolge habe Sanders Wahlkampfmanager sich bereit erklärt, bei den weiteren Untersuchungen zu kooperieren.


Clintons Unterstützer werten den Gang vor Gericht dagegen als ein Manöver, um die Anschuldigungen gegen das Team in einen politischen Vorteil zu verwandeln. "Das ist als würde eine Firma die Kundendaten einer anderen klauen", schreibt David Plouffe, ein früherer Wahlkampfmanager von Barack Obama auf Twitter. "Sanders Team sollte sich schämen, jetzt das Opfer zu spielen."

Auch Clintons Wahlkampfmanager Robby Mook greift die Gegenseite an. "Diese Informationen sind wirklich entscheidend für unsere Kampagne und unsere Strategie", sagte Mook. "Wir sind im Augenblick insbesondere beunruhigt, dass sie den Fakt, dass sie Daten gestohlen haben, als Anlass nehmen, um Geld für ihre Kampagne zu sammeln."

Bislang war das demokratische Präsidentschaftsrennen deutlich weniger hitzig verlaufen als das der Republikaner.