Das Restaurant Le Jardin in Kabul steht nach einem Angriff in Flammen. © Omar Sobhani/Reuters

In der afghanischen Hauptstadt Kabul sind bei einem Angriff der Taliban drei Menschen getötet und mindestens 15 weitere verletzt worden. Wie der Nachrichtensender Al Jazeera berichtete, ist unter den Toten ein Kind. Ziel des Anschlags sei das französische, bei Ausländern und der Elite des Landes beliebte Restaurant Le Jardin im Viertel Taimani gewesen. Nach Angaben der Behörden wurde ein Verdächtiger festgenommen. Sicherheitskräfte suchten am Tatort nach einem weiteren Täter auf der Flucht.

Der Chef der Kabuler Kriminalpolizei, Fraidoon Obaidi bestätigte, dass es sich um ein Selbstmordattentat handelte, das mit Hilfe einer Autobombe verübt wurde. Nach seinen Angaben sind alle Opfer Afghanen. Die Taliban hatten sich zuvor zu dem Angriff bekannt und mitgeteilt, ein Selbstmordattentäter habe ihn ausgeführt. Ziel sei ein Restaurant gewesen, das Ausländern gehört. Erst drei Tage zuvor waren bei einem Selbstmordanschlag in der Nähe des Flughafens von Kabul ein Mensch getötet und 33 weitere verletzt worden.


Taimani ist eine zentrale Wohngegend für ausländische Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Medien und Firmen, aber auch für afghanische Familien. Die Gegend ist beliebt, weil sich dort auch viele Restaurants befinden.

Das Restaurant Le Jardin  gehört dem ehemaligen Protokollchef des Präsidentenpalastes. Mit mehreren Stahltoren und Sicherheitsschleusen gilt es als sehr gut gesichert und als eines der wenigen Restaurants, das Ausländer noch besuchen können. Die Sicherung des Restaurants war verstärkt worden, nachdem im Januar 2014 Taliban-Kämpfer das bei Ausländern beliebte Restaurant La Tavernaim nahen Stadtteil Wasir Akbar Khan gestürmt und dort 20 Menschen erschossen hatten.

In den zurückliegenden Wochen hatten die radikalislamischen Taliban zwei Anschläge in Kabul und in der Nähe der Hauptstadt verübt. Wegen der verschlechterten Sicherheitslage hatte die Nato kürzlich beschlossen, 2016 in praktisch unveränderter Stärke von etwa 12.000 Soldaten in Afghanistan zu bleiben. Die Bundeswehr wird dabei ihren Einsatz mit verstärkter Truppenzahl fortsetzen.