Kurdische Peschmerga-Kämpfer in Sindjar im Irak, November 2015 © John Moore/Getty Images

Kurdische Kämpfer im Irak sollen nach Angaben von Amnesty International absichtlich arabische Dörfer in ihrer Kontrolle zerstören. Das meldet die Menschenrechtsorganisation in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Darin heißt es, Tausende Häuser in von der Terrormiliz "Islamischer Staat" zurückeroberten Ortschaften seien planiert, in die Luft gesprengt oder angezündet worden.

Im Kampf gegen den IS haben die USA die irakisch-kurdischen Peschmerga-Kämpfer mithilfe von Luftangriffen, Geheimdienstinformationen und Ausbildungsprogrammen unterstützt. Deutschland berät die Peschmerga und stellt ihnen Waffen zur Verfügung.

Die in dem Bericht untersuchten Angriffe, die als Kriegsverbrechen eingestuft werden könnten, sollen aus Rache an arabischen Gemeinschaften verübt worden sein, weil diese den IS unterstützt haben sollen. Die Dörfer waren zuvor unter arabischer Kontrolle gewesen, ehe die Peschmerga-Kämpfer sie vergangenes Jahr zurückerobert hatten.

Amnesty International bezeichnete die Zerstörungen laut Washington Post als konzertierte Kampagne. Ein Sprecher der Kurden wies die Anschuldigungen als falsch zurück. Es sei unvermeidlich, dass bei den Kämpfen gegen den "Islamischen Staat" Schäden entstünden; diese habe aber die Terrororganisation zu verantworten. Hunderte Familien hätten bereits in ihre Häuser zurückkehren können.