Eine still protestierende Muslima musste eine Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump verlassen. © Mark Kauzlarich/Reuters

Eine Muslima ist von einer Wahlveranstaltung des republikanischen US-Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump verbannt worden, nachdem sie schweigend im Stehen gegen seine Äußerungen protestiert hatte. Der Fernsehsender CNN zeigte, wie die Frau mit Kopftuch von einem Polizisten aus der Arena geführt wurde. Trump-Anhänger buhten sie währenddessen aus.


Zuvor hatte sie sich CNN zufolge zusammen mit einem anderen Mann bei der Veranstaltung in Rock Hill (South Carolina) vom Sitz erhoben und schweigend dagestanden, nachdem Trump in seiner Rede syrische Flüchtlinge mit der IS-Terrormiliz in Verbindung gebracht hatte. Beide hatten einen gelben Stern an ihre Kleidung geheftet– ähnlich dem, den Juden während des Holocaust tragen mussten. Auf dem T-Shirt der Frau stand außerdem "Salam, ich komme in Frieden".

"Es herrscht ein Hass gegen uns, der unglaublich ist", kommentierte Trump CNN zufolge den Protest. "Es ist ihr Hass, nicht unser Hass."

Die 56-Jährige hatte dem Sender vor dem Vorfall gesagt, sie gehe zur Trump-Kundgebung, weil sie glaube, dass die meisten seiner Anhänger noch nie einer Muslimin begegnet seien. Sie wolle ihnen nun die Gelegenheit dazu geben.

Kritik von Mitbewerbern

Der republikanische Bewerber John Kasich nannte die Aufnahmen von buhenden Trump-Anhängern "fürchterlich". Das Video könnte das Ansehen Amerikas in der muslimischen Welt beschädigen und Verbündete im Kampf gegen den IS verprellen.

Die Organisation Rat für amerikanisch-islamische Beziehungen (Cair) verurteilte den Rausschmiss. "Das Bild einer Muslimin, die während einer politischen Veranstaltung schlecht behandelt und hinausgeworfen wird, sendet ein beängstigendes Bild an amerikanische Muslime", sagte der Vorsitzende Nhiad Awad. "Trump sollte sich entschuldigen und und klar machen, dass Muslime als Mitbürger im politischen Prozess der Nation willkommen sind."

Trump, der Umfragen zufolge im republikanischen Bewerberfeld klar führt, hatte bereits zuvor ein vorläufiges US-Einreiseverbot für Muslime gefordert.