Angesichts der zwischen der EU und der Türkei vereinbarten Zusammenarbeit in der Flüchtlingskrise gibt es aus dem Europaparlament deutliche Kritik an der Regierung in Ankara. Der stellvertretende CSU-Chef und Vorsitzende der konservativen EVP-Fraktion Manfred Weber droht, die Vereinbarung zur Bewältigung der Flüchtlingskrise mit dem EU-Beitrittskandidaten platzen zu lassen, sollte die Türkei nicht stärker gegen Schleuser vorgehen. "Wenn in den nächsten Wochen von türkischer Seite nicht mehr passiert und die Zahl der Flüchtlinge nicht deutlich reduziert wird, muss Europa die Vereinbarung auf den Prüfstand stellen", sagte Weber der Süddeutschen Zeitung.

Die EU und Ankara hatten am 29. November einen gemeinsamen Aktionsplan gestartet. Im Gegenzug für drei Milliarden Euro, neuen Schwung in den Beitrittsverhandlungen und Aussicht auf baldige Visa-Freiheit ihrer Bürger verpflichtet sich die Türkei darin, Flüchtlinge nicht länger ungesteuert Richtung EU ziehen zu lassen.

Doch mittlerweile wachsen die Zweifel, dass die Türkei ihren Verpflichtungen nachkommt. Zwar geht die Zahl der Flüchtlinge, die täglich in Griechenland ankommen, zurück. Allerdings führen die EU-Mitgliedsstaaten dies auf das schlechte Wetter zurück, wie es in dem Bericht der Süddeutschen heißt. "Die Ergebnisse sind enttäuschend", sagte Weber. Allerdings dürfte mit der Türkei nicht kritischer bei der Grenzsicherung umgegangen werden als mit den Mitgliedsstaaten, sagte Weber. "Wir müssen selbst Vorbild sein."