Hinterbliebene von Opfern der chilenischen Militärdiktatur bei einer Gedenkveranstaltung. (Archiv) © Max Montecinos/Reuters

Der Oberste Gerichtshof in Chile hat den Familien von vier Opfern der Militärdiktatur von Augusto Pinochet eine finanzielle Entschädigung zugesprochen. Der chilenische Staat müsse den Hinterbliebenen umgerechnet 1,2 Millionen Euro zahlen, entschieden die Richter.

Die größte Summe, etwa 900.000 Euro, erhält die Familie von Miguel Rojas, der kurz nach dem Putsch gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Salvador Allende zusammen mit seinem Sohn Gilberto von Soldaten verschleppt und vermutlich getötet wurde. Das Militär folterte und ermordete damals Gegner des Diktators Pinochet.

Die beiden anderen Opfer wurden 1974 ebenfalls von Soldaten festgenommen, seitdem fehlte auch von ihnen jede Spur. Der Staat müsse für den "moralischen Schaden" Entschädigung leisten, der durch diese "Verbrechen gegen die Menschheit" im Auftrag der Militärjunta verursacht worden sei, begründete der Oberste Gerichtshof sein Urteil.

Während der Militärdiktatur in Chile, die von 1973 bis 1990 andauerte, wurden nach amtlichen Angaben mehr als 3.200 Menschen ermordet. 38.000 Menschen wurden gefoltert.