Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras © Michalis Karagiannis/Reuters

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hat im Parlament für die geplante Rentenreform geworben. "Die Rentenreform ist notwendig - nicht in erster Linie, weil die Gläubiger sie verlangen, sondern weil das System nicht tragfähig ist", sagte Tsipras. "Wir haben hier ein Problem, das irgendwann explodieren wird, wenn wir nichts tun."

Im Grundsatz stimmten dieser Einschätzung auch die Oppositionsparteien zu. Dennoch kritisierten sie die amtierende Links-Rechtsregierung während der stundenlangen Debatte für die geplanten Maßnahmen. Finanziert werden soll die Reform unter anderem durch höhere Abgaben und Steuern für Landwirte und Freiberufler.

Sowohl Sozialisten als auch Konservative fürchten, dass die höheren Abgaben die Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung fördern könnten und sagten, dass die Reform keine Gerechtigkeit schaffe.

Die Reform des griechischen Rentensystems ist ein wesentlicher Bestandteil der Vereinbarung der Regierung in Athen mit den europäischen Verhandlungspartnern, um weitere finanzielle Unterstützung für das pleitebedrohte Land zu sichern. Vorgesehen ist unter anderem, neue Renten um bis zu 15 Prozent zu kürzen.

Die Einnahmen der griechischen Rentenkassen waren in den vergangenen Krisenjahren dramatisch geschrumpft, unter anderem weil die Arbeitslosigkeit auf rund 25 Prozent stieg.

Oppositionschef Kyriakos Mitsotakis, der als neuer Vorsitzender der konservativen Partei Nea Dimokratia (ND) an der Debatte teilnahm, rechnete vor, dass inzwischen auf einen Rentner nur noch 1,3 Beitragszahler kämen.

Vor dem Parlamentsgebäude protestierten am Abend mehr als 5.000 Menschen gegen die Reform.