Die US-Regierung hat am Freitag erstmals bestätigt, dass 22 E-Mails aus Hillary Clintons Zeit als Außenministerin wegen ihres als "höchst geheim" eingestuften Inhalts unter Verschluss gehalten werden. Das State Department wollte am Freitagabend einen weiteren Satz E-Mails aus Clintons Zeit als US-Außenministerin veröffentlichen. Die 37 Seiten umfassenden Schriftstücke würden nun allerdings zurückgehalten, sagte Sprecher John Kirby.

Beim damaligen Versand waren die betreffenden Informationen noch nicht als geheim klassifiziert, betonte Kirby. Bereits zuvor waren Hunderte E-Mails der früheren Außenministerin rückwirkend als vertraulich eingestuft worden. Clinton besteht darauf, dass sie auf dem privaten Server niemals Material verschickt oder bekommen hat, das zu dem Zeitpunkt geheim gewesen wäre.

Clintons Wahlkampfteam reagierte sofort und erklärte: "Mit aller Deutlichkeit widersprechen wir dieser Blockade durch das State Department." Clinton setze sich seit mehr als einem Jahr dafür ein, die E-Mails der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Republikaner nutzen E-Mail-Affäre im Wahlkampf

Für Clinton kommt das denkbar ungelegen: Am Montag beginnen im US-Staat Iowa die Vorwahlen, bei denen die Demokratin sich weiter für die Präsidentschaft qualifizieren möchte. Die Republikaner versuchen Kapital aus Clintons E-Mail-Affäre zu schlagen.

Clinton hatte im März zugegeben, als Außenministerin von 2009 bis 2013 eine private E-Mail-Adresse verwendet zu haben. Rund 30.000 E-Mails aus dieser Zeit händigte sie an das Außenministerium aus. Die Schriftstücke werden, soweit zulässig, in Etappen veröffentlicht. Gut 30.000 weitere E-Mails, die nach ihren Angaben privater Natur waren, hatte Clinton löschen lassen. Das FBI ermittelt in der Angelegenheit.

Die oppositionellen Republikaner werfen ihr vor, die private Adresse benutzt zu haben, um ihre Korrespondenz unter Verschluss zu halten. Clinton erklärte dagegen, sie habe dies aus Bequemlichkeit getan, um ein einziges Smartphone verwenden zu können.

Die E-Mail-Affäre schadete in Umfragen Clintons Glaubwürdigkeitswerten, im Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur liegt die 68-Jährige aber weiter klar vorne. In Iowa liegt sie jedoch Kopf an Kopf mit ihrem Widersacher Bernie Sanders, der in New Hampshire sogar in Umfragen führt.