Auf einer von Extremisten besetzten Luftwaffenbasis Indiens im Grenzgebiet zu Pakistan wird am dritten Tag in Folge gekämpft. Zwar erschossen Sicherheitskräfte einen fünften Angreifer auf der Militärbasis Pathankot. Doch befand sich auf dem Gelände noch immer mindestens ein Schütze, wie die Behörden bestätigten.

Der Angriff hatte in der Nacht zu Samstag begonnen. Bei stundenlangen Gefechten wurden schon am Wochenende mindestens sieben Soldaten und vier Angreifer getötet. Was hinter der Attacke steckt und wer sie verübte, ist offen.

Indische Medien gehen davon aus, dass die Angreifer pakistanische Extremisten sind, die über die nur rund 50 Kilometer entfernt gelegene Grenze kamen. Sie hätten Militäruniformen getragen und auf dem Weg zwei Autos geraubt. Bislang bekannte sich aber keine Gruppe zu dem Anschlag.

Angesichts der Größe und Beschaffenheit des Geländes werde es lange dauern, den Stützpunkt wieder für völlig sicher zu erklären, sagte Generalmajor Dushyant Singh von der Nationalgarde auf der mehr als 800 Hektar großen Anlage. Dort gibt es neben den Militäreinrichtungen auch Wohngebäude und eine Schule sowie einen Wald. Das Gelände werde durchsucht, sagte Singh, als er den Tod des fünften Attentäters bekannt gab.

Pathankot ist einer der größten Luftwaffenstützpunkte Indiens. Dort sind Kampfflugzeuge und -hubschrauber stationiert, die laut Verteidigungsministerium nicht beschädigt wurden.

Innenminister Rajnath Singh hatte schon am Samstag behauptet, alle Angreifer seien getötet worden. Doch dann gab es bis Sonntag immer wieder neue Gefechte.

Beobachter vermuten, dass es sich bei dem Angriff um ein Störmanöver handeln könnte, weil sich die beiden verfeindeten Atommächte Indien und Pakistan in den vergangenen Wochen etwas angenähert hatten. Vor einer Woche hatte Indiens Premierminister Narendra Modi Pakistan besucht und seinen Kollegen Nawaz Sharif getroffen. Die Nachbarstaaten streiten seit Jahrzehnten unter anderem über Kaschmir. Der Konflikt hat seit 1989 mehr als 68.000 Menschen das Leben gekostet.