In der irakischen Hauptstadt Bagdad hat es einen Anschlag auf ein Einkaufszentrum gegeben. Angreifer haben das Gebäude in einem schiitischen Viertel überfallen und mindestens 18 Menschen getötet. Zudem wurden mindestens 50 Menschen verletzt, wie die irakischen Behörden mitteilten. Die Angreifer hätten zwischenzeitlich 40 Geiseln genommen.

Die Behörden teilten mit, die Situation sei unter Kontrolle. Sicherheitskräfte seien auf dem Dach gelandet und hätten zwei Angreifer getötet sowie vier weitere festgenommen.

Die Attacke auf das Dschawhara-Zentrum begann nach offiziellen Angaben mit der Explosion einer Autobombe am Eingang, dann drangen die Angreifer ins Gebäude ein.

Die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" bekannte sich über eine Erklärung im Internet zu dem Angriff. Nach Angaben der Islamisten wurden 90 Menschen getötet oder verletzt.

Nach dem Angriff riegelten die Einsatzkräfte die streng gesicherte sogenannte Grüne Zone ab, in der sich die meisten ausländischen Botschaften und politischen Institutionen befinden. Große Straßen, Einkaufszentren und Brücken in der irakischen Hauptstadt wurden aus Angst vor weiteren Attacken gesperrt.

Auch Bombenanschläge auf ein Kasino

Zudem gab es zwei Bombenanschläge in der 80 Kilometer entfernten Stadt Mukdadija, zu denen sich ebenfalls der IS bekannte. Dort habe ein Selbstmordattentäter eine Sprengstoffweste in einem Spielkasino gezündet, hieß es nach Informationen aus Sicherheitskreisen und von Medizinern. Als sich dort anschließend Sanitäter und Zivilisten versammelt hätten, sei ein vor dem Kasino geparktes und mit Sprengstoff bestücktes Auto explodiert. Es habe mindestens 20 Tote und 50 Verletzte gegeben.

Terroranschläge und Kämpfe sind im Irak an der Tagesordnung. Das schiitisch geführte Land kämpft gegen den Vormarsch des sunnitischen IS, der große Teile im Norden und Westen des Landes kontrolliert, nicht jedoch die Hauptstadt Bagdad.