Drei der vier vom Iran freigelassenen US-Bürger sind am Abend in Deutschland eingetroffen. "Wir können bestätigen, dass die US-Bürger, die heute Morgen nach ihrer Freilassung den Iran verlassen haben, in Deutschland eingetroffen sind", sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums. Die drei Männer hatten zuvor einen Zwischenstopp in Genf eingelegt. Sie waren auf dem US-Militärstützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein erwartet worden, wo sie medizinisch untersucht werden sollten.

Die Regierung in Teheran hatte die US-Bürger im Gegenzug für die Begnadigung von sieben Iranern durch die US-Justiz freigelassen. Der Austausch war am Samstag bekannt gegeben worden, kurz vor dem offiziellen Inkrafttreten des Atomabkommens und der Aufhebung der internationalen Wirtschaftssanktionen gegen den Iran.

Eine Schweizer Maschine hatte zuvor Amir Hekmati, Saeed Abedini und Jason Rezaian in Teheran abgeholt und nach Genf gebracht. Ein vierter US-Bürger, der freigelassen wurde, will offenbar im Iran bleiben.

Für die US-Bürger und ihre Familien ging eine lange Leidenszeit zu Ende. Jason Rezaian arbeitete als Washington Post-Korrespondent in Teheran, als er im Juli 2014 in seinem Haus verhaftet wurde. Er wurde wegen Spionage und Zusammenarbeit mit feindlichen Regierungen verurteilt.

Der Marineinfanterist Amir Hekmati war bei einem Besuch seiner Großmutter in Teheran festgenommen und 2012 sogar zum Tode verurteilt worden. Erst nach 16 Monaten Isolationshaft durfte er Angehörige sehen, nachdem die Todesstrafe in zehn Jahre Haft umgewandelt worden war.

Der protestantische Pfarrer Saeed Abedini war 2013 zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden, er soll Bibelkurse organisiert haben. Über den vierten Freigelassenen, Nosratollah Khosravi-Roodsari, ist nur wenig bekannt.

Obama feiert und sanktioniert

In einer Fernsehansprache im Weißen Haus zeigte sich US-Präsident Obama erfreut über den Gefangenenaustausch, durch den mehrere US-Familien endlich wieder vereint würden. Im Hinblick auf das Inkrafttreten des Atomabkommens sprach Obama von "historischen Fortschritten".

In seiner Ansprache wandte er sich auch mit einem direkten Appell an die Iraner: "Unsere Regierungen sprechen inzwischen miteinander. Sie, insbesondere die Jungen, haben die Chance, neue Verbindungen mit der Welt zu knüpfen. Wir haben die seltene Gelegenheit, einen neuen Weg einzuschlagen."

Allerdings blieben nach Umsetzung des Atomabkommens auch weiterhin "tiefe Gegensätze" bestehen. So warf Obama dem Iran weiter "destabilisierende Aktivitäten" vor. Er nannte neben Menschenrechtsverletzungen auch das ballistische Raketenprogramm. Wegen letzterem hat die Regierung in Washington nun sogar ihre Sanktionen gegen den Iran ausgeweitet. Die Strafen würden gegen Privatpersonen und Unternehmen verhängt, die dabei helfen würden, das iranische Raketen-Programm auszuweiten, sagte Obama. Nach Angaben aus US-Regierungskreisen haben die USA die Verkündung der neuen Sanktionen um mehr als zwei Wochen aufgeschoben, um den nun vollzogenen Austausch von Gefangenen nicht zu gefährden.