Trucks mit Mittelstreckenraketen auf einer Militärparade in Teheran ©Abedin Taherkenareh /EPA

Die Regierung der USA hat sich offenbar dazu entschlossen, vorerst keine Sanktionen gegen den Iran zu verhängen. Das berichtet das Wall Street Journal. Die Sanktionen sollten sich gegen das Raketenprogramm des Landes richten. Die USA will das mit dem Iran geschlossene Atomabkommen jedoch nicht gefährden. Das Abkommen besiegelte die Einigung der fünf UN-Vetomächte Russland, China, USA, Frankreich und Großbritannien und außerdem Deutschland mit dem Iran. Nach jahrelangen Verhandlungen einigte man sich auf eine Einschränkung des iranischen Atomprogramms für eine schrittweise Aufhebung der Wirtschaftssanktionen.

Nachdem der Iran einen erfolgreichen Test mit zwei Mittelstreckenraketen durchgeführt hat, drohten die USA mit Sanktionen. Aus ihrer Sicht verstieß das gegen die UN-Resolution, die der iranischen Regierung die Entwicklung ballistischer Raketen verbietet. Die US-Strafmaßnahmen sollten sich CNN und dem Wall Street Journal zufolge gegen fast ein Dutzend Firmen und Einzelpersonen im Iran, in Hongkong und den Vereinigten Arabischen Emiraten richten. Diese sollen die Entwicklung des Raketenprogramms unterstützt haben.

Die Kritik der Vereinigten Staaten verschlechterte das Verhältnis der beiden Länder. Der Verteidigungsminister des Iran, Hossein Dehghan, gab an, das Raketenprogramm sei für die innere Sicherheit notwendig und eine Reaktion auf die zunehmende regionale Bedrohung speziell durch die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). "Das Raketenprogramm ist unsere rote Linie und steht nicht zur Debatte", sagte Dehghan.

Als Reaktion auf die Drohung aus den USA wies der iranische Staatspräsident Hassan Ruhani seinen Verteidigungsminister an, das Raketenprogramm zu beschleunigen. Er wertet den Vorstoß der USA als eine unrechtmäßige Einmischung in die iranische Innenpolitik.