Trauernde in der Nähe des Bataclan in Paris am 14. November 2015 © Christian Hartmann/Reuters

Zwei der Attentäter von Paris stammten nach Angaben der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) aus dem Irak. Der IS veröffentlichte in seinem Online-Propagandamagazin Dabik vor einer Stadtansicht von Paris die Fotos von neun Männern, von denen mehrere die Beinamen Al-Beldschiki, "der Belgier", oder Al-Faransi, "der Franzose", tragen. Zwei der Attentäter werden Al-Iraki, "der Iraker", genannt.

Abgebildet ist auch der mutmaßliche Drahtzieher der Anschlagsserie, der Belgier Abdelhamid Abaaoud. Unter seinem Foto steht sein Kampfname Abu Umar al-Beldschiki. Die beiden Iraker werden als Ukaschah al-Iraki und Ali al-Iraki identifiziert. Ihre richtigen Namen werden nicht genannt.

Bei den Anschlägen in der französischen Hauptstadt hatten mehrere Attentäter am 13. November 2015 eine Reihe von Pariser Bars und Restaurants, den Konzertsaal Bataclan sowie die Fußballarena Stade de France attackiert. Allein im Bataclan wurden 90 Menschen getötet, insgesamt gab es 130 Tote. Mehrere Attentäter waren aus Belgien gekommen.

Bei zwei der zehn Attentäter besteht bislang jedoch keine Gewissheit über ihre Identität. Es handelt sich um zwei Selbstmordattentäter, die sich am Stade de France in die Luft sprengten. Sie waren am 3. Oktober über die griechische Insel Leros nach Europa gelangt und hatten gefälschte syrische Pässe bei sich.

Terroristen lassen Geiseln frei

Unterdessen meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, dass der IS 270 Zivilisten wieder freigelassen habe, die sie am Wochenende bei Kämpfen um eine belagerte Stadt gefangen genommen hatte.

Bei den meisten Freigelassenen handele es sich um Frauen und Kinder. Sie blieben aber in Dörfern im IS-Machtbereich. Männliche Gefangene im Alter von 14 bis 55 Jahren habe die Miliz für weitere Verhöre in ihrer Gewalt behalten. Vor allem Gefangene mit Verbindungen zur syrischen Führung seien in Gefahr.

Insgesamt hätten die Extremisten bei Angriffen auf von Regierungstruppen kontrollierte Teile der ostsyrischen Stadt Deir al-Sor am Wochenende 400 Menschen verschleppt. Die Region um Deir al-Sor verbindet die IS-Hochburg Rakka und Gebiete im Irak, die ebenfalls unter IS-Herrschaft stehen.