US-Verteidigungsminister Ashton Carter hat Pläne zur Rückeroberung der IS-Hochburgen Mossul im Nordirak und Rakka in Syrien präsentiert. Die Kontrolle der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) über die beiden Städte werde gebrochen, kündigte Carter in Fort Campbell im US-Staat Kentucky vor Soldaten einer Luftlandedivision an, die bald in den Irak entsendet wird.

Im Kampf um Mossul würden laut den Plänen der Anti-IS-Koalition irakische Truppen vom Süden aus anrücken, während kurdische Peschmerga-Kämpfer vom Norden aus kommend die Stadt umzingeln sollen, sagte der Pentagonchef. Doch werde der Einsatz in den von IS-Kämpfern gehaltenen strategisch wichtigen Städten weder schnell gehen noch einfach sein.

Zudem teilte Carter mit, dass eine aus rund 200 Soldaten bestehende Spezialeinheit im Irak eingetroffen sei. Diese bereite sich mit den Irakern darauf vor, Kämpfer und Kommandeure des IS aufzuspüren und "zu töten oder zu fangen, wo auch immer wir sie finden." Der US-Militärplan sieht zudem die Unterstützung moderater syrischer Rebellen vor, um den IS aus seiner selbst erklärten Hauptstadt Rakka im Norden Syriens zu drängen. Carter betonte die Bedeutung der Rückeroberung von Rakka und Mossul im Kampf gegen den IS. Die Städte seien "das militärische, politische, wirtschaftliche und ideologische Gravitationszentrum" der Terrormiliz.

USA fordern mehr Einsatz im Kampf gegen den IS

Für kommende Woche kündigte Carter ein Treffen mit überwiegend europäischen Verteidigungsministern in Paris an. Dabei werde er sie auffordern, ihren Beitrag zum Anti-IS-Kampf zu verstärken. Demnach will sich Carter mit seinen Kollegen aus Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Großbritannien und Australien zusammensetzen. Unter anderem hat die Regierung in Washington von den Ländern eine Bereitstellung von Spezialeinheiten, Kampfjets und Aufklärungsflugzeugen, Waffen und Munition sowie weitere Kampfunterstützung angefordert. Die australische Regierung in Canberra lehnte ein größeres Engagement im Kampf gegen den IS jedoch bereits ab.

Die USA haben im Herbst ihre Luftangriffe auf IS-Ziele im Irak und in Syrien verstärkt, auch Frankreich hat als Reaktion auf die Anschlagsserie mit 130 Toten in Paris seine Luftangriffe ausgeweitet. Die Bundeswehr beteiligt sich auf Bitten Frankreichs seit Anfang des Jahres mit Aufklärungsflügen, einem Airbus zur Luftbetankung von Kampfjets und mit einer Fregatte.

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