Die Polizei sperrt den Tatort ab, an dem ein Unbekannter bei einer Schießerei mehrere Menschen verletzte. © Nir Elias/Reuters

Im Zentrum von Tel Aviv hat ein Mann in einer Bar um sich geschossen. Zwei Menschen wurden getötet und sieben weitere verletzt, berichtete die Zeitung Ha'aretz. Zwei der Verletzten befänden sich in einem kritischen Zustand. Nach dem Täter läuft eine Großfahndung.

Bürgermeister Ron Huldai sagte, in dem Lokal namens Simta hätten Freunde einen Geburtstag gefeiert, als ein Mann von draußen in die Bar in einer belebten Hauptstraße geschossen habe. Aus dem Verbrechen würden Lehren gezogen, um die Sicherheitsvorkehrung zu verbessern. Polizeisprecher Micky Rosenfeld sagte, es liefen Ermittlungen, "um herauszufinden, ob der Vorfall einen kriminellen oder terroristischen Hintergrund hat".

Derzeit verdichten sich jedoch die Hinweise auf einen Terroranschlag. Premierminister Benjamin Netanjahu wurde von der Polizei und dem Geheimdienst Schin Bet gebrieft, wie Ha'aretz schreibt.

Die Polizei löste eine Großfahndung aus. Der Fernsehsender Kanal 10 berichtete, Beamte gingen von Haus zu Haus. Der Täter habe mit einem Gewehr etwa 30 Schüsse abgefeuert. In der Gegend um die Bar waren zahlreiche Polizisten zu sehen.

Der Sender zeigte auch Bilder einer Überwachungskamera, auf denen der mutmaßliche Täter zu sehen sein soll. Ein Mann mit kurzen Haaren und Brille geht zu einem Geschäft, packt seinen Rucksack auf einen Einkaufswagen, holt ein Gewehr heraus, verlässt den Laden wieder, beginnt zu schießen und rennt davon.

Die Zeitung Ha'aretz berichtet, der Angreifer sei identifiziert. Es handele sich um einen 29-jährigen arabischen Israeli, der aus der arabischen Stadt Wadi Ara im Norden Israels stamme. Der Vater des Angreifers habe seinen Sohn im Fernsehen gesehen und die Behörden benachrichtigt.

Unter Berufung auf einen Angehörigen des Verdächtigen schreibt die Zeitung, es sei nicht das erste Mal, dass er gewalttätig geworden sei. Im Jahr 2007 versuchte er, mit einem Schraubenzieher einem Soldaten seine Maschinenpistole zu entwenden und wurde zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Bei der Verhandlung gab er an, den Tod seines Cousins rächen zu wollen, der vor zehn Jahren bei einer Hausdurchsuchung von israelischen Soldaten getötet worden sein soll.

Ein anderer Verwandter sagte, der Verdächtige sei nicht religiös und gehöre keiner politischen Bewegung an. "Er ist verrückt", sagte der Verwandte. Der Fernsehsender Kanal 10 berichtete, in dem Rucksack, den der Verdächtige am Tatort zurückgelassen habe, habe sich ein Koran befunden. Sicherheitsleute schließen jedoch nicht aus, dass der Täter sie damit auf eine falsche Fährte locken will.

In den vergangenen drei Monaten hat es fast täglich Angriffe von Palästinensern auf israelische Zivilisten gegeben. Dabei kamen 21 Israelis ums Leben. Zudem wurden mindestens 131 Palästinenser durch Schüsse von Israelis getötet. Bei 90 von ihnen handelte es sich nach israelischen Angaben um Angreifer.