Im Westjordanland sind nach Angaben der israelischen Armee bei zwei Anschlagsversuchen auf Soldaten insgesamt vier Palästinenser erschossen worden. Die erste Attacke erfolgte demnach an der Verbindungsstraße zwischen Bethlehem und Hebron nahe der jüdischen Siedlung Gusch Etzion. Die Angreifer seien mit Messern bewaffnet gewesen, teilte die Armee mit. Bei einer ähnlichen Attacke sei wenig später ein weiterer Palästinenser erschossen worden.

Auch bei dem Vorfall nordöstlich von Hebron sei der Angreifer mit einem Messer auf israelische Soldaten losgegangen, hieß es in der Mitteilung der Armee. Diese hätten den Angriff abgewehrt und den Täter erschossen. Verletzte auf Seiten der Soldaten habe es nicht gegeben.

Seit Anfang Oktober sind bei derartigen Attacken 22 Israelis, ein US-Bürger und ein Eritreer getötet worden. Mehr als 130 Palästinenser wurden bei solchen Vorfällen von israelischen Soldaten getötet. Als Auslöser der Gewalt gilt neben Enttäuschung über den stockenden Friedensprozess auch ein Streit über den Zugang zum Jerusalemer Tempelberg, auf dem sich wichtige Heiligtümer von Juden, Muslimen und Christen befinden.

Der israelische Inlandsgeheimdienst Schin Bet teilte mit, sechs Aktivisten der radikalislamischen Hamas seien im Dezember wegen eines mutmaßlichen Entführungsplans festgenommen worden. Sie wollten demnach einen israelischen Bürger als Geisel nehmen, um palästinensische Häftlinge freizupressen. Drei der Festgenommenen stammen aus Ost-Jerusalem, die drei anderen aus Hebron. Laut Schin Bet versucht die Hamas, die jüngste Welle der Gewalt in eine Intifada – einen Palästinenseraufstand – umzuwandeln.