Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) reist nach dem Terroranschlag in Istanbul in die Türkei. Der Minister werde am heutigen Mittwoch seinen türkischen Kollegen Efkan Ala treffen und sich ein Bild von der Lage machen, sagte eine Sprecherin des Innenressorts. Noch gebe es noch keinerlei Hinweise, dass sich der Anschlag gezielt gegen Deutsche gerichtet habe.

Bei dem Anschlag wurden mindestens acht Deutsche getötet und neun weitere zum Teil schwer verletzt. Insgesamt starben neben dem Angreifer zehn Menschen, 15 weitere erlitten Verletzungen. Zwei Leichen waren bis Dienstagabend noch nicht identifiziert. Unter den Todesopfer waren drei Rheinland-Pfälzer, ein Ehepaar aus Brandenburg und ein Berliner. Die getöteten Urlauber aus Rheinland-Pfalz sowie einer der Verletzten stammten aus Mainz und Bad Kreuznach, teilte die Polizei in Mainz mit. Es soll sich um zwei Ehepaare handeln. Die Angehörigen seien mittlerweile informiert.

Die deutschen Opfer waren nach Angaben des Reiseveranstalters Lebenslust Touristik auf einer Drei-Länder-Reise. Insgesamt zählte die Reisegruppe 33 Mitglieder, die aus dem gesamten Bundesgebiet kamen, wie ein Sprecher des Reiseunternehmens sagte.

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Ein Teil dieser Reisenden habe an einem Gruppenbesuch der Wahrzeichen Istanbuls teilgenommen. Andere Urlauber hätten ein individuelles Programm absolviert. Die Reise umfasse Istanbul, Dubai und Abu Dhabi. In der türkischen Metropole seien die Urlauber am Montag angekommen.

Unter den Verletzten sollen nach einer Meldung der Agentur Dogan neben Deutschen auch ein Norweger und eine Peruanerin sein. Die Südamerikanerin zog sich eine Blessur am Bein zu, werde aber bald wieder aus einem Krankenhaus entlassen, wie ihre Mutter berichtete. Der Norweger wurde nach eigenen Angaben am Knie verletzt. Ein Südkoreaner soll zudem eine Verletzung am Finger haben, wie das Außenministerium in Seoul mitteilte.

USA stehen hinter Türkei

Der 1988 geborene Attentäter hatte sich am Dienstagvormittag mitten in einer deutschen Reisegruppe in der Umgebung der Hagia Sophia und der Blauen Moschee im historischen Zentrum Istanbuls in die Luft gesprengt.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, es handele sich um ein verachtenswertes Verbrechen. Die USA erklärten, sie stünden weiter fest an der Seite der Türkei. "Dieser abscheuliche Angriff in Istanbuls historischem Herzen hat Türken und ausländische Touristen gleichermaßen getroffen", sagte ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates.

Auch Saudi-Arabien und Ägypten verurteilten den Terroranschlag. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan machte in Ankara einen Selbstmordattentäter syrischer Herkunft für die Tat verantwortlich. Die Nachrichtenagentur DHA berichtete dagegen, der Attentäter stamme aus Saudi-Arabien und sei kürzlich aus Syrien in die Türkei eingereist.

Terrorismus - Türkei nimmt nach Anschlag drei Russen fest