Nach den Anschlägen in der indonesischen Hauptstadt Jakarta hat die Polizei nach eigenen Angaben vier der fünf getöteten Attentäter identifiziert. Darunter seien mindestens zwei bekannte Extremisten wie der Chef der nationalen Polizei, Badrotin Haiti, sagte. Einer der beiden sei 2010 wegen Terrorverbrechen zu sieben Jahren Haft verurteilt worden, er wurde jedoch vorzeitig entlassen.

Der Mann war am Donnerstag mit einer Waffe in der Hand am Tatort fotografiert worden. Er trug Jeans und eine Baseball-Kappe sowie einen Rucksack mit Sprengstoff. Er habe sich wenig später in die Luft gesprengt, sagte Haiti. 

Der IS soll die Angreifer nach Angaben indonesischer Behörden finanziert haben. Der Indonesier Bahrun Naim habe die Extremisten gefördert. 2011 verbüßte Naim wegen illegalen Waffenbesitzes eine einjährige Haftstrafe, anschließend sei er nach Syrien gegangen und habe dort für den IS gekämpft. Er soll sich derzeit in der syrischen IS-Hochburg Rakka aufhalten.

Bei der Durchsuchung der Wohnung eines der Angreifer vom Donnerstag seien weitere Beweise für eine Verbindung zur Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gefunden worden, sagte Polizeisprecher Anton Charliyan. Unter anderem handle es sich um eine Flagge des IS.

Die Sicherheitsvorkehrungen seien landesweit verschärft worden, sagte Polizeisprecher Charliyan. Polizei und Armee bewachten vor allem Ziele wie Polizeistationen, Regierungsgebäude und Botschaften in Jakarta. Mehrere Botschaften blieben am Freitag geschlossen. Besondere Sicherheitsmaßnahmen gebe es zudem auf der Urlaubsinsel Bali.

Die Polizei fahndet landesweit nach Terroristen. In Depok südlich von Jakarta waren drei Verdächtige festgenommen worden. Es habe sich aber herausgestellt, dass sie nichts mit der Tat zu tun haben, sagte Charliyan. Gegen sie würde wegen Erpressung ermittelt. Auch im indonesischen Teil der Insel Borneo wurde ein mutmaßlicher Extremist festgenommen.

Fünf Attentäter hatten am Donnerstag mitten im Zentrum der Hauptstadt Jakarta mit Sprengstoff und Waffen ein Café und eine Polizeistation überfallen. Zwei Passanten kamen ums Leben. Zwei Täter sprengten sich nach Angaben der Polizei in die Luft, die anderen starben bei Schusswechseln mit der Polizei. Der IS bekannte sich zu den Taten.

Indonesien ist das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt. In den Jahren 2000 bis 2009 wurden dort mehrere schwere Bombenanschläge verübt. Allein bei einem Attentat auf Bali wurden im Jahr 2002 insgesamt 202 Menschen getötet.