WikiLeaks-Gründer Julian Assange wird laut Ecuadors Präsident Rafael Correa "in den kommenden Tagen" in der ecuadorianischen Botschaft in London verhört. Correa sagte in Ecuadors Hauptstadt Quito, Staatsanwälte aus Schweden hätten ihre Fragen eingereicht. Diese sollen Assange von ecuadorianischen Regierungsbeamten gestellt werden.

Correa sagte, was bereits vor drei Jahren hätte gemacht werden können, werde nun in die Tat umgesetzt. Schwedische Vertreter konnten vorerst nicht für eine Stellungnahme erreicht werden.

Die Befragung dreht sich um Vergewaltigungsvorwürfe zweier schwedischer Frauen. Weil Assange wegen der Anschuldigungen die Auslieferung nach Schweden gedroht hatte, war er im Juni 2012 in die ecuadorianische Botschaft geflüchtet. Assange bestreitet die Vorwürfe der Frauen und befürchtet nach eigenen Angaben, Schweden könnte ihn wegen seiner Enthüllungen auf WikiLeaks an die USA ausliefern. WikiLeaks hatte Tausende geheime Depeschen von US-Diplomaten öffentlich gemacht.