Im kolumbianischen Friedensprozess sind die ersten Rebellen der linken Guerillaorganisation Farc aus der Haft entlassen worden. Die zehn Männer und sieben Frauen haben die Gefängnisse in der Hauptstadt Bogotá verlassen, berichtete der Radiosender Caracol. Bereits im November 2014 hatte Präsident Juan Manuel Santos insgesamt 30 Aufständische begnadigt, um Vertrauen für die Friedensgespräche zwischen Regierung und Rebellen aufzubauen.

Die Kämpfer waren wegen minderschwerer Vergehen wie Rebellion, illegalem Waffenbesitz oder dem widerrechtlichen Gebrauch von Armeeuniformen verurteilt worden. Vier der freigelassenen Männer und Frauen sollen in den kommenden Tagen nach Kuba reisen, um an den dort stattfindenden Friedensgesprächen teilzunehmen.

Farc und Regierung wollen nach über dreijährigen Verhandlungen bis März einen Friedensvertrag unterzeichnen. In dem längsten bewaffneten Konflikt in Lateinamerika zwischen staatlichen Sicherheitskräften, rechten Paramilitärs und linken Rebellen sind seit 1958 mehr als 220.000 Menschen ums Leben gekommen. Millionen wurden vertrieben.