Ein Mann überprüft seinen Zählerkasten in Simferopol, der Hauptstadt der Krim (Archiv) © Max Vetrov/AFP/Getty Images

Auf der Krim wird mindestens bis Mai Strom knapp sein. Das teilte die Verwaltung der Halbinsel mit, die von der russischen Regierung eingesetzt wurde. Ende November waren in der Ukraine Leitungen zerstört worden, welche die Krim mit Strom versorgten. Die 2,3 Millionen Bewohner der Halbinsel waren daraufhin weitgehend ohne Strom. Die Lokalverwaltung rief den Ausnahmezustand aus.

Im Dezember wurde die Krim an das russische Stromnetz angeschlossen. Von der Region Krasnodar aus wurden zwei Kabel in die Stadt Kertsch verlegt. Die Lieferungen reichen nicht, um die Ausfälle auszugleichen. Es fehlen 30 Prozent des Energiebedarfs. Deshalb sollen bis Anfang Mai zwei weitere Leitungen verlegt werden, sagte der örtliche Vorsitzende des Katastrophenschutzministeriums, Sergej Schachow laut New York Times während einer Sitzung der Lokalregierung.

Wegen der Stromausfälle habe die Wirtschaft der Krim 900 Millionen Rubel verloren, das entspricht etwa 11 Millionen Euro, sagte Jewgenija G. Bawikina, die stellvertretende Premierministerin der Krim. Am Montag wurden auf der Halbinsel wegen des Strommangels und des schlechten Wetters Notunterkünfte errichtet, sagte Schachow.

Die Krim war Ende Februar 2014 von russischen Soldaten besetzt worden. Diese leiteten einen Regimewechsel ein. Russland ließ ein Referendum über den Status der Halbinsel abhalten. Bei diesem stimmten nach Regierungsangaben fast 100 Prozent der Wähler für einen Anschluss an Russland. Viele Länder, unter anderem Deutschland, erkennen dies nicht an.