Kroatiens Parlament hat die neue Mitte-Rechts-Regierung des parteilosen Ministerpräsidenten Tihomir Orešković gebilligt und damit die seit mehr als zwei Monaten anhaltende politische Krise beendet. Am Freitag stellten sich 83 Abgeordnete hinter das Kabinett, 61 stimmten mit Nein. Dem Votum ging eine heftige Debatte über einige der neuen Minister voraus, die von der Opposition als politische Extremisten kritisiert wurden. Vor dem Parlament protestierten Hunderte Menschenrechtsaktivisten vor allem gegen die Ernennung von Zlatko Hasanbegović zum neuen Kulturminister. Ihm warfen die Demonstranten Verbreitung von rechtsradikalem Gedankengut vor.

Aus der Parlamentswahl am 8. November waren die in den vergangenen vier Jahren oppositionelle HDZ mit 59 Sitzen und die Sozialdemokraten mit 56 Sitzen nahezu gleich stark hervorgegangen. Die Reformpartei Most mit ihren 19 Mandaten wurde daraufhin von beiden Seiten umworben und entschied sich letztlich für eine Koalition mit dem bürgerlichen Lager.

Die neue Koalition schlug den parteilosen Finanzexperten Orešković als Regierungschef vor. Dieser versprach am Abend bei der Vorstellung seines Regierungsprogramms Reformen in dem wirtschaftlich schwer angeschlagenen EU-Land.