Die Anschläge des IS nehmen in Libyen zu. © Stringer / Stringer

Die USA prüfen angesichts des Vormarschs der Dschihadistengruppe "Islamischer Staat" (IS) ein militärisches Eingreifen in Libyen. Die Ausbreitung der IS-Miliz in dem nordafrikanischen Land sei "besorgniserregend", erklärte Pentagon-Sprecher Peter Cook. Es würden "militärische Optionen und eine Reihe anderer Maßnahmen" geprüft. Washington wolle vorbereitet sein, falls der IS seine Präsenz in Libyen noch weiter verstärke.

Die USA dringen bisher vor allem auf eine politische Lösung des Libyen-Konflikts. Im Irak und in Syrien hingegen bombardieren US-Kampfjets seit Herbst 2014 bereits Stellungen der Dschihadisten.

In Libyen herrscht nach dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Bürgerkrieg. Zahlreiche bewaffnete Gruppen bekämpfen sich gegenseitig. Zwei konkurrierende Regierungen beanspruchen die Führung des Landes für sich – die international anerkannte Regierung im ostlibyschen Tobruk und die von Islamisten dominierte in Tripolis.

Das Chaos in Libyen nutzen die Dschihadisten des IS aus, die einen zentralen Küstenstreifen in Libyen kontrollieren. Zuletzt hatte der IS Anschläge mit vielen Toten in dem Land für sich beansprucht und versucht, große Ölhäfen in seine Gewalt zu bringen.

Die internationalen Bemühungen um eine Beilegung der Krise hatten am Montag einen schweren Rückschlag erlitten, als das international anerkannte Parlament in Tobruk die von der UNO unterstützte Regierung der nationalen Einheit ablehnte.