Anhänger der Hisbollah haben im Grenzgebiet zwischen Israel, dem Libanon und Syrien einen Anschlag auf das israelische Militär verübt. Man habe ein "gepanzertes Fahrzeug zerstört und die Insassen verletzt", teilte die libanesische Terrormiliz mit. Nach Angaben der Israelis wurde hingegen niemand verletzt. Der Vorfall werde aber noch untersucht, sagte eine Sprecherin der Militärs.

Der Vorfall ereignete sich auf den Schebaa-Farmen, von den Israelis Berg-Dov-Gebiet genannt. Israel hält das Gebiet an der Grenze zu Syrien und den Golanhöhen seit 1967 besetzt.

Der Angriff war laut Hisbollah eine Vergeltung für den Tod des Milizführers Samir Kuntar. Er war im Dezember bei einem israelischen Luftangriff in Syrien ums Leben gekommen. Seitdem wurde mit einem Racheakt der Hisbollah gerechnet. Hisbollah wird vom Iran unterstützt.

Als Reaktion feuerte Israel Artilleriegeschosse auf libanesisches Gebiet ab. Die libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete den Einschlag von neun Granaten. Israelische Flugzeuge hätten zudem das Gebiet überflogen, dabei seien zwei Dörfer beschossen worden.

Die Lage im Nahen Osten ist momentan wegen der heftigen Auseinandersetzung zwischen Saudi-Arabien und dem Iran besonders angespannt. Die Weltmächte befürchten, dass der Streit zwischen Sunniten und Schiiten weiter eskalieren und sich dadurch die Spannungen in der gesamten Region verschärfen könnten.

UN-Beobachter wirft hin

Dabei eskalierte der Konflikt zwischen Israel und dem UN-Menschenrechtsrat. Makarim Wibisono, der UN-Sonderberichterstatter für die Lage der Menschenrechte in den Palästinensergebieten, gab sein Amt auf. Er habe sein "tiefes Bedauern" darüber geäußert, dass Israel ihm seit seinem Amtsantritt im Juni 2014 den Zugang zu den besetzten Palästinensergebieten verweigere, teilte der UN-Menschenrechtsrat (UNHRC) mit.

Der indonesische Diplomat hatte laut der Erklärung im vergangenen Oktober an die israelischen Behörden appelliert, ihn bis Ende 2015 in die Palästinensergebiete einreisen zu lassen. Er habe bis heute keine Antwort auf seine Bitte erhalten. Dabei habe er vor Übernahme seines Amtes die Zusicherung erhalten, dass er Zugang zu den von Israel besetzten Gebieten erhalten werde.

Die Beziehungen zwischen Israel und dem UN-Menschenrechtsrat gelten schon länger als angespannt. Wibisonos Vorgänger, der von 2008 bis 2014 als Beauftragter des UN-Menschenrechtsrats für die Palästinensergebiete amtierende US-Bürgerrechtsexperte Richard Falk, geriet wiederholt mit den israelischen Behörden aneinander. Falk, selbst Jude, warf Israel vor, die Palästinenser systematisch zu diskriminieren, in den Palästinensergebieten immer mehr Siedlungen zu bauen und "exzessive Gewalt" anzuwenden.