Kim Jong Un bei seiner Neujahrsansprache im nordkoreanischen Fernsehen © Ahn-Young Joon / AP Photo

In seiner Neujahrsansprache hat Nordkoreas Diktator Kim Jong Un davon gesprochen, dass er mit Südkorea den Dialog über ein besseres Verhältnis der beiden Staaten suchen will. Er sei zu Gesprächen mit jedem bereit, der "Frieden und die Wiedervereinigung" wolle, sagte Un. Die 30-minütige Ansprache wurde vom nordkoreanischen Fernsehen ausgestrahlt.

Un drohte allerdings auch mit einem "gnadenlosen heiligen Krieg für Gerechtigkeit und Wiedervereinigung", falls sich Südkorea falsch verhalte. Der Diktator verurteilte speziell die gemeinsamen Militärübungen von Südkorea und den USA. Insgesamt wird seine Rhetorik aber als milde gewertet im Verhältnis zu den vergangenen Ansprachen. Zuletzt wurden Gespräche über eine Verbesserung des Verhältnisses beider Länder ohne Ergebnis beendet.

Der Tod von Kim Yang Gon, der im Namen Nordkoreas die Gespräche mit dem Bruderstaat führte, wird als Rückschlag für die Entspannung des Verhältnisses der Staaten gewertet. Gon starb offiziellen Angaben zufolge bei einem Autounfall.

Un verspricht in seiner Rede außerdem eine Verbesserung des Lebensstandards in dem verarmten Land. "Die Arbeiterpartei Koreas gibt der Verbesserung des Lebensstandards oberste Priorität", sagte der Diktator. Und weiter: "Wir müssen eine Wende in der wirtschaftlichen Entwicklung bewirken."

Seit der Machtübernahme von seinem Ende 2011 verstorbenen Vater Kim Jong Il hat der autoritäre Machthaber den Fokus auf die wirtschaftliche Entwicklung gelegt. Die Kontrollen über Bauern und Staatsfirmen wurden gelockert, während mehr als ein Dutzend Sonderwirtschaftszonen eingerichtet wurden.