Als Reaktion auf den Atomversuch von Nordkorea verschärft der UN-Sicherheitsrat sein Vorgehen gegen das Land. Die 15 Mitgliedstaaten des mächtigsten UN-Gremiums einigten sich bei einer Dringlichkeitssitzung in New York darauf, "zusätzliche Maßnahmen" zu ergreifen.

Sie verurteilten den von Nordkorea als Wasserstoffbombe ausgegebenen Test als "klare Bedrohung für Frieden und Sicherheit" in der Welt. Der Atomversuch verstoße gegen vier bestehende Resolutionen des Sicherheitsrats und das System der nuklearen Nichtverbreitung. Das Gremium kündigte an, das Vorgehen gegen den international weitgehend isolierten Staat zu verschärfen. Die Arbeit an einer entsprechenden Resolution werde umgehend beginnen, sagte Uruguays UN-Botschafter Elbio Rosselli, dessen Land derzeit den Vorsitz des Sicherheitsrats innehat.

Rosselli ließ offen, ob es sich bei den angedrohten Maßnahmen um Sanktionen handeln werde. Aus Diplomatenkreisen hieß es aber, dass eine Ausweitung der Sanktionsliste für nordkoreanische Vertreter erwogen werde.

Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin betonte, sein Land wolle einen entsprechenden Resolutionsentwurf erst noch prüfen. Die Vetomacht China hingegen, die mit Nordkorea verbündet ist, trug den Beschluss mit. China sei entschieden gegen das Vorgehen Nordkoreas, hieß es. Langfristig müsse Nordkorea wieder die Sechs-Nationen-Gespräche zur atomaren Abrüstung aufnehmen. Diese hatte Pjöngjang 2009 zum Stillstand gebracht.

Japans UN-Botschafter Motohide Yoshikawa sagte, wenn keine weiteren Schritte gegen das Regime in Pjöngjang unternommen würden, stelle das die Autorität und Glaubwürdigkeit des Sicherheitsrats infrage.

Nordkorea hatte nach eigenen Angaben erstmals erfolgreich eine Wasserstoffbombe gezündet und damit weltweit Empörung ausgelöst. Atomexperten in Südkorea und anderen Staaten bestätigten nach Erdbebenmessungen einen Kernwaffentest in dem international isolierten Land. Sie bezweifelten aber angesichts der begrenzten Sprengkraft, dass tatsächlich eine Wasserstoffbombe detonierte. Auch die USA kamen nach einer eigenen Analyse zu dem Schluss, dass es sich bei dem Atomversuch nicht um die Zündung einer Wasserstoffbombe gehandelt habe. Man sehe keinen Grund, von einer veränderten Bewaffnung Nordkoreas auszugehen, hieß es aus dem Weißen Haus. Wasserstoffbomben sind zerstörerischer als Atombomben, und viel schwieriger herzustellen.

Nordkorea hatte bereits in den Jahren 2006, 2009 und 2013 Atomwaffentests vorgenommen und damit jedes Mal internationale Empörung ausgelöst. Der UN-Sicherheitsrat verschärfte nach jedem Test die Sanktionen gegen das kommunistische Land.