Der Iran hat zehn nach einem Vorfall in seinen Hoheitsgewässern festgehaltene US-Soldaten wieder freigelassen. Das gaben die Revolutionsgarden in einer Erklärung bekannt. Die US-Soldaten waren nach iranischen Angaben am Dienstag auf zwei Marinebooten bis zu zwei Kilometer weit unbefugt in die Hoheitsgewässer des Landes eingedrungen. Daraufhin wurden Boote wie Soldaten festgesetzt.

Der Iran wertete den Vorfall nicht als Spionage, sondern ging von einem technischen Defekt des Navigationssystems als Ursache aus. Auch die Schiffe wurden wieder freigegeben. Zuvor hatte bereits ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums versichert, die Boote hätten technische Probleme gehabt und seien in iranische Gewässer abgedriftet.

Die Boote waren demnach zwischen Kuwait und Bahrain unterwegs gewesen, als der Kontakt zu ihnen abbrach. Bei den Booten handelt es sich um kleine, wendige Schiffstypen, mit denen sich häufig Spezialeinheiten bewegen.

Nahe der iranischen Insel Farsi habe eines von ihnen ein mechanisches Problem gehabt, sagte ein US-Regierungsbeamter. Iranische Sicherheitskräfte hätten die Boote dann aufgegriffen. Die Seemänner kamen demnach vorübergehend auf Farsi in Gewahrsam.

 Gegenüber der Washington Post hatte ein US-Offizieller vor der Freilassung darauf hingewiesen, dass iranische Medien über eine "Festnahme" berichten würden. Zudem müsse man bedenken, dass es im Iran mehrere Mächte gebe, was Verhandlungen erschwere. Dennoch sei er optimistisch, dass die Soldaten frei kommen würden.

Außenminister John Kerry hatte seinen iranischen Amtskollegen Mohammed Dschawad Sarif angerufen, mit dem er drei Jahre lang über das iranische Atomprogramm verhandelt hat. Kerry habe sich persönlich mit Sarif dafür stark gemacht, dass die Angelegenheit gelöst werde, hieß es aus Regierungskreisen.

Zuletzt hatten sich die Spannungen zwischen den Staaten verschärft: Ende Dezember soll der Iran Raketen in der Nähe von US-Kriegsschiffen getestet haben, als diese durch die Straße von Hormus gekreuzt sind. Gleichzeitig wird erwartet, dass die Regierung in Teheran die Vereinbarungen aus dem im Sommer geschlossenen Atomabkommen mit den UN-Vetomächten sowie Deutschland erfüllt. Die Umsetzung des Deals ist Kerry zufolge nur eine Frage von wenigen Tagen.