Bei Gefechten in den unter Ausgangssperre stehenden Gebieten im Südosten der Türkei sind nach Armeeangaben mindestens 320 Kämpfer der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK getötet worden. Zwölf Kämpfer starben demnach in der Nacht zum Sonntag in der Stadt Van. Sie hätten sich in einem Haus verschanzt. Bei dem Einsatz sei auch ein Polizist getötet worden. Die Behörden hätten anschließend 30 Granaten, zwölf Gewehre und ein Maschinengewehr sichergestellt, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Am Samstag hatte die Armee zudem erklärt, dass bei Einsätzen in Diyarbakır und Cizre nahe der syrischen Grenze seit Freitag 18 Aufständische getötet worden seien. Ein Soldat wurde demnach erschossen und mehrere verletzt.

Seit dem Ende eines Waffenstillstands im Juli kommt es im Südosten der Türkei vermehrt zu Zusammenstößen zwischen Kämpfern der Kurdischen Arbeiterpartei PKK und der Armee. Besonders stark betroffen sind die Städte Cizre und Silopi nahe der syrischen und irakischen Grenze sowie der Altstadtbezirk Sur der größten Stadt der Region, Diyarbakır. Nach Militärangaben wurden seit Beginn der Offensive allein in diesen Orten mehr als 400 Aufständische getötet.  

In Sur (Diyarbakır) gilt seit dem 2. Dezember eine Ausgangssperre, in Cizre und Silopi seit dem 14. Dezember. Van ist von den von Menschenrechtlern kritisierten Ausgangssperren nicht betroffen.

Die PKK, die auch in der EU und den USA als terroristische Organisation gilt, kämpft seit Jahrzehnten für mehr Autonomie. Sie hatte im Jahr 1984 im Südosten der Türkei einen Kampf um größere Autonomierechte begonnen. Der jahrzehntelange Konflikt der Regierung in Ankara mit der PKK war im Sommer wieder eskaliert, der vor drei Jahren eingeleitete Friedensprozess kam zum Erliegen. In dem Konflikt wurden in den vergangenen Jahren bislang etwa 45.000 Menschen getötet.