Human Rights Watch (HRW) hat der bulgarischen Polizei vorgeworfen, Flüchtlinge auszurauben, zu schlagen und sie in die Türkei zurückzuschicken. Es lägen Berichte über Gewalt gegen Asylsuchende aus Afghanistan, Syrien und dem Irak vor, schrieb die Menschenrechtsorganisation. Einige gaben demnach an, von Polizeihunden gebissen worden zu sein. HRW berief sich auf eine Befragung von 45 Flüchtlingen von Oktober bis Dezember. Eine Sprecherin des bulgarischen Innenministeriums verurteilte die Berichte. "Das entspricht nicht unserer Politik, und so etwas dulden wir nicht", sagte sie. Jedem Hinweis auf Misshandlung werde nachgegangen.

"Bulgarien muss den Missbrauch und die ungesetzliche Behandlung der Menschen, die in Europa Schutz suchen, beenden", sagt Lydia Gall, Expertin von Human Rights Watch für das östliche Europa und die Balkanstaaten. "Die bulgarische Regierung muss die schnellen Rücksendungen stoppen, die Anschuldigungen von Rechtsverletzungen und Push-Backs untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen."

14 Asylbewerber und Migranten hatten HRW geschildert, geschlagen worden zu sein. Außerdem seien sie nicht ausreichend mit Nahrung versorgt worden. Drei berichteten, sie seien bestohlen worden. Bereits 2014 hatte HRW über ähnliche Vorfälle an der bulgarisch-türkischen Grenze informiert.

Im vergangenen Jahr reisten mehr als 30.000 Menschen illegal nach Bulgarien ein, fast dreimal so viele wie 2014. Sehr wenige von ihnen bleiben im ärmsten Staat der Europäischen Union, sondern reisen in andere Länder wie Deutschland weiter.