Schweden und Marokko haben sich auf die Rückführung minderjähriger marokkanischer Flüchtlinge geeinigt. Die Regierungen hätten ein entsprechendes Abkommen geschlossen, teilte der schwedische Innenminister Anders Ygeman mit.

Beide Länder wollen eine Arbeitsgruppe gründen, um minderjährige Marokkaner, die sich ohne Begleitung in Schweden aufhalten, schneller zu identifizierten. Die schwedische Regierung kündigte an, im Gegenzug Programme zur Integration und Ausbildung der ausgewiesenen Jugendlichen in ihrer Heimat zu unterstützen.

Schweden hatte sich lange um ein solches Abkommen mit Marokko bemüht. Regierungsbeamten zufolge leben in der Hauptstadt Stockholm und anderen Städten des Landes Hunderte Jugendliche, deren Asylgesuch abgewiesen wurde, auf der Straße. Oftmals kämen sie in Kontakt mit Verbrechen und Drogen, hieß es.

Der offiziellen Statistik zufolge stammten 2015 etwa 400 der knapp 35.400 minderjährigen Asylbewerber, die alleine nach Schweden kamen, aus Marokko. Die Einwanderungsbehörde geht aber davon aus, dass viele von ihnen nach ihrer Einreise untertauchen, da sie wissen, dass ihre Chancen auf Asyl in Schweden äußerst gering sind.