Ein Streik von Fluglotsen und Taxifahrern gegen die Arbeitsbedingungen hat in Frankreich das öffentliche Leben beeinträchtigt und zu Konfrontationen mit der Polizei geführt. Angestellte im öffentlichen Dienst sind wütend über etliche Tariffragen, darunter Einkommen und Arbeitsbedingungen. Zudem wehren sie sich gegen eine Bildungsreform.

Zu Auseinandersetzungen kam es, als Polizisten Taxifahrer auf einem Autobahnkreuz westlich von Paris mit Tränengas zurückdrängten. Die Taxifahrer wollten dort gegen den privaten Fahrdienstanbieter Uber protestieren. Ministerpräsident Manuel Valls kündigte ein Treffen mit den Taxifahrern an. Zeitgleich legten Fluglotsen die Arbeit nieder, um bessere Arbeitsbedingungen zu erreichen. Der französischen Luftfahrtbehörde zufolge fiel deshalb jeder fünfte Flug aus.

20 Menschen wurden nach Angaben der Polizei im Zuge der Proteste und Streiks in Paris und Umgebung festgenommen. Medienberichten zufolge soll es zwei Verletzte gegeben haben, als ein Shuttlebus am Pariser Flughafen Orly versuchte, eine Blockade von Taxifahrern zu durchbrechen. Die Taxifahrer wehren sich gegen neue Konkurrenten wie Uber, die ihrer Meinung nach unfairen Wettbewerb betreiben. Auch in anderen Städten wie Marseille und Toulouse traten sie in den Ausstand.

Uber ist in Frankreich verboten. Auch in anderen europäischen Ländern steht das US-Unternehmen, das über eine App Kunden an private Fahrer vermittelt, mit der Justiz in Konflikt.

Einige Lehrer schlossen sich den Streiks und Protesten an, die sich auch gegen die Bildungsreform sowie Gehaltsfragen richten. Nach Gewerkschaftsangaben streikte ein Drittel der Grundschullehrer. Dem Bildungsministerium zufolge waren es etwa 13 Prozent.

Die Proteste und Ausstände sind die jüngste Herausforderung für Frankreichs sozialistische Regierung. Sie versucht, die Wirtschaft zu modernisieren und für Frankreich einen Platz in einer zunehmend globalisierten und digitalisierten Welt zu finden.

Travis Kalanick - "Wenn Du mit Konventionen brichst, kann es Streit geben” Uber-Chef Travis Kalanick hat mit einer App, die Fahrdienste vermittelt, den Markt verändert. Er erklärte auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos ZEIT-Wirtschaft-Ressortleiter Uwe Jean Heuser seine Unternehmensphilosophie: "Sei kein Trottel.”