Die Stadt Deir al-Sur im Osten Syriens © Ahmad Aboud/AFP/Getty Images

In der Stadt Deir al-Sur im Osten Syriens haben Kämpfer des "Islamischen Staats" mehr als hundert Menschen getötet. Zur genauen Zahl gibt es unterschiedliche Angaben. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana schrieb von etwa 300 getöteten Personen. Unter den Opfern sollen viele Frauen, Kinder und ältere Menschen sein.

Nach Zählung der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte starben 135 Personen, darunter 80 Soldaten und regierungstreue Milizionäre sowie 55 Zivilisten. Zudem sollen die Angreifer den Aktivisten zufolge mehr als 400 Zivilisten aus Deir al-Sur entführt haben.

Die ostsyrische Stadt ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, die der "Islamische Staat" besetzt hält. Ein Teil der Stadt ist allerdings von Soldaten der Regierung kontrolliert. Von dem Flughafen im Norden von Deir al-Sur fliegen die Regierungstruppen Angriffe auf Stellungen der Terrormiliz. Ein Angriff des IS auf den Flughafen konnte bisher abgewehrt werden.

Die Dschihadisten, die die Stadt mit rund 250.000 Einwohnern seit etwa einem Jahr belagern, verhindern die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und Medizin. Russland hatte deshalb gegen Ende der Woche 22 Tonnen Hilfsgüter, vor allem Medizin und Lebensmittel über der Stadt abgeworfen. Den Vereinten Nationen zufolge sind insgesamt 50 Orte in Syrien mit 400.000 Menschen eingekesselt.