Kriegszerstörungen im syrischen Aleppo © Abdalrhman Ismail/Reuters

Noch vor dem Beginn der Syrien-Friedensgespräche untergräbt der Boykott der syrischen Opposition die ersten Verhandlungsbemühungen seit zwei Jahren zur Beendigung des Bürgerkriegs. Der Hohe Verhandlungsrat (HNC), erklärte, er werde keine Delegation nach Genf schicken. Begründet wurde die Absage damit, auf Forderungen nach einem Ende der Luftangriffe und Blockaden habe man keine zufriedenstellenden Antworten erhalten. Diese hatte der HNC zur Vorbedingung für eine Teilnahme gemacht. Unklar war zunächst, ob andere Oppositionsvertreter trotzdem nach Genf kommen werden.

Diplomaten halten die Beteiligung der Opposition für entscheidend für einen Erfolg des Treffens. Ziel ist eine politische Lösung des Bürgerkriegs in Syrien, der seit fünf Jahren anhält und die Flüchtlingskrise mit auslöste.

Eine Sprecherin des Syrien-Sondergesandten der Vereinten Nationen, Staffan de Mistura, hatte zuvor gesagt, die Gespräche würden am Freitag in Genf beginnen. Der Beginn der Gespräche war wegen des Streits um die Teilnehmerliste zuvor um mehrere Tage verschoben worden. Die syrische Regierung hat sich bereits bereit erklärt, an dem Treffen teilzunehmen. Zuletzt hatten die Streitkräfte von Machthaber Baschar al-Assad mit Hilfe russischer Luftschläge wieder militärische Erfolge erzielt und eine Stadt in der Nähe der jordanischen Grenze zurückerobert.