Misstrauen und gegenseitige Vorwürfe – so begegneten sich die Konfliktparteien zum Auftakt der Syrien-Friedensgespräche in Genf. Die Verhandlungsdelegationen von Regierung und Opposition warfen sich gegenseitig mangelnden Verhandlungswillen und fehlende Glaubwürdigkeit vor.

Der Leiter der syrischen Regierungsdelegation, Baschar al-Dschaafari, kritisierte, die Opposition sei nicht wirklich an Verhandlungen interessiert, sondern wolle sie mit Vorbedingungen zum Scheitern bringen. Die Oppositionsgruppen weigern sich bisher, in direkte Verhandlungen mit der Regierung einzutreten.

Doch auch die Regierung stellt Vorbedingungen. Sie werde nicht mit den beiden Gruppen Dschaisch al-Islam und Ahrar al-Scham verhandeln, sagte der syrische Informationsminister Omar al-Subi am Samstagabend im Staatsfernsehen. Beide Gruppen haben zugestimmt, an den Genfer Verhandlungen teilzunehmen. Allerdings gehören nur Vertreter von Dschaisch al-Islam zur schließlich nach Genf geschickten reduzierten Delegation.

Für Montag sind laut UN erstmals getrennte offizielle Gespräche mit beiden Seiten geplant. Der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura traf sich kurz mit den Oppositionsvertretern und zeigte sich im Anschluss "optimistisch und entschlossen", die Verhandlungen doch noch voranzubringen. US-Außenminister John Kerry rief von Washington aus die Konfliktparteien zum Dialog auf. Ein Frieden sei im Interesse aller und sowohl Regierung als auch Opposition sollten die Gelegenheit wahrnehmen, um ein Ende der Kämpfe zu erreichen, sagte Kerry.