Die türkische Armee hat nach Angaben der Regierung einen Vergeltungsschlag gegen den "Islamischen Staat" (IS) geführt. Nach dem "feigen Attentat von Istanbul" hätten Panzer und Artillerie 500 Mal IS-Stellungen im Irak und in Syrien angegriffen, sagte Regierungschef Ahmed Davutoğlu. Dabei seien etwa 200 Kämpfer des IS getötet worden.

Die türkische Regierung hatte kurz nach dem Anschlag am Dienstag einen Täter benannt und den "Islamischen Staat" verantwortlich gemacht. Der laut Regierungsangaben knapp 30 Jahre alte Attentäter syrischer Staatsbürgerschaft hatte sich nahe der Blauen Moschee mitten in einer deutschen Reisegruppe in die Luft gesprengt und elf Menschen getötet. Zehn der Opfer sind Deutsche. Der IS hat sich bisher nicht dazu bekannt.

Parallel gab es einen weiteren Anschlag in der Türkei. Nach amtlichen Angaben starben sechs Menschen bei der Detonation einer Autobombe vor einer Polizeiwache in Çınar nahe Diyarbakır im Südosten. Die Täter brachten 1,5 Tonnen Sprengstoff zur Explosion. Die Türkei machte die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK dafür verantwortlich. Ein Bekenntnis zu dem Angriff wurde zunächst nicht bekannt. Ob Menschen getötet oder verletzt wurden, ist noch unklar.

Die Wucht der Explosion brachte die Fassade der Polizeiwache zum Einsturz und ließ in weitem Umkreis Fensterscheiben bersten. Zeitgleich mit dem Anschlag soll eine Gruppe von PKK-Kämpfern einen nahegelegenen Sicherheitskomplex beschossen haben.