Bei schwerer See sind am Strand des türkischen Urlaubsorts Ayvalık 31 Leichen angespült worden, berichtet CNN Türk. Die Küstenwache bestätigte bislang 14 Leichen, sieben weitere seien 50 Kilometer entfernt in Dikili entdeckt worden, berichtet die Nachrichtenagentur Doğan. Reuters berichtet inzwischen von insgesamt 34 Toten. Die Flüchtlinge seien bei dem Versuch ertrunken, mit zwei Booten zur griechischen Insel Lesbos zu gelangen. Unter den Toten seien eine Schwangere und drei Kinder. 

Die Küstenwache brachte zwölf Menschen in Sicherheit, die im Meer trieben oder sich auf einen Felsen gerettet hatten. Der örtliche Leiter von Ayvalık, Namik Kemal Nazli, sagte, es werde mit drei Schiffen und einem Hubschrauber nach weiteren Überlebenden und Opfern gesucht. Die Zahl der Opfer könne weiter steigen. Ein Augenzeuge sagte, er habe gehört, wie ein Boot auf einen Felsen geprallt sei. "Ich vermute, dass diese Menschen gestorben sind, als sie ans Ufer schwimmen wollten." 

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu waren die Migranten irakische, algerische und syrische Staatsangehörige. Ein Reporter von CNN Türk sagte, die Migranten hätten zur Überfahrt Schlauchboote benutzt. Viele hätten Schwimmwesten getragen, die jedoch nicht funktionsfähig gewesen seien. Vielmehr hätten sich diese noch mit Wasser vollgesaugt. Das Meer in der Region ist zurzeit stürmisch.

Die Türkei hat nach eigenen Angaben 2,2 Millionen Flüchtlinge alleine aus Syrien aufgenommen. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) kamen im vergangenen Jahr mehr als 800.000 Flüchtlinge auf dem Seeweg von der Türkei in das EU-Mitgliedsland Griechenland. Etwa 700 Menschen seien bei dem Versuch, über die Ägäis die EU zu erreichen, ums Leben gekommen oder verschwunden, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) im mit.

Es gibt 25 Flüchtlingslager in der Türkei. Die Mehrzahl der Syrer lebt jedoch außerhalb der Aufnahmezentren und ist auf sich alleine gestellt. Viele Flüchtlinge geben die schwierigen Lebensbedingungen in der Gegend als Hauptgrund für ihre Migration nach Europa an. Ende November hatte sich die Regierung mit der EU auf ein Abkommen geeinigt, mit dem die Zahl der ankommenden Flüchtlinge reduziert werden soll. Im Gegenzug soll es Milliardenhilfen und Visaerleichterungen für türkische Bürger geben. Die Regierung in Ankara steht in der Kritik, weil sie keine langfristige Strategie zur Integration der Flüchtlinge hat. In der Türkei dürfen Syrer in der Regel nicht arbeiten, die meisten Kinder gehen nicht zur Schule.