TV-Debatte in den USA: Wortduell zwischen Donald Trump (links) und Ted Cruz © Chris Keane/Reuters

Die Präsidentschaftsbewerber der konservativen US-Republikaner haben sich bei ihrer vorletzten Fernsehdebatte vor der ersten Vorwahl am 1. Februar heftige Wortduelle geliefert. Der Quereinsteiger Donald Trump kritisierte seinen Hauptgegner, den texanischen Senator Ted Cruz, weil dieser in Kanada geboren wurde. Trump äußerte deshalb seit Tagen Zweifel daran, ob Cruz laut Verfassung überhaupt Präsident werden dürfe. "Da ist ein großes Fragezeichen über Ihrem Kopf", sagte er bei der TV-Debatte. Cruz verteidigte seine Kandidatur damit, dass seine Mutter US-Bürgerin sei, was die meisten Verfassungsrechtler für ausreichend halten. Die Gesetze in dieser Sache seien klar, sagte der Senator: "Das im Ausland geborene Kind eines US-Bürgers ist von Geburt an US-Staatsbürger."

Trump gab zu, dass er das Thema Staatsangehörigkeit angeschnitten habe, weil Cruz derzeit etwas Aufwind verspüre. Er befürchte, dass Cruz von den Demokraten vor Gericht gebracht werden könne, sollte er der Präsidentschaftskandidat der Republikaner werden, sagte Trump. Die beiden Politiker liegen in den Umfragen für die erste Vorwahl in Iowa gleichauf an der Spitze. In einer landesweiten Umfrage hat Trump jedoch seinen Vorsprung vor Cruz ausgebaut. Laut einer Erhebung des Wall Street Journal und des Fernsehsenders NBC führt Trump das Bewerberfeld mit 33 Prozent Zustimmung an – 13 Prozentpunkte vor dem zweitplatzierten Cruz.

In der TV-Debatte warf Cruz dem New Yorker Milliardär fehlende konservative Werte vor. Der Immobilientycoon stehe für die liberalen Großstadtwerte New Yorks. Dazu zähle die Unterstützung von Abtreibung und Homoehe. Cruz kritisierte auch US-Präsident Barack Obama. Dieser habe in seiner jüngsten Rede zur Lage der Nation ein rosarotes Bild von der wirtschaftlichen Situation gezeichnet, sagte der Senator. Dabei würden arbeitende Amerikaner abgehängt. Ähnlich äußerte sich der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie. "Am Dienstagabend habe ich Märchenstunde mit Barack Obama geguckt, und es hörte sich an, als ob alles in der Welt toll läuft", sagte er.

Der Ex-Gouverneur Floridas, Jeb Bush, deutete an, das Land sei unter Obama weniger sicher. Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton wäre ein "nationales Sicherheitsdesaster", erklärte Bush zudem. Floridas Senator Marco Rubio ging weiter und sprach der früheren US-Außenministerin die Eignung als Oberbefehlshabende ab. Zudem warf er Clinton vor, mit geheimen Informationen geschludert und die Familien der bei dem Anschlag auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi 2012 getöteten Amerikaner belogen zu haben.

USA - Obama hält seine letzte Rede zur Lage der Nation US-Präsident Barack Obama sprach unter anderem über den Kampf gegen den Terror, die Förderung der Krebsforschung und den Zwiespalt der Parteien. Seine ganze Rede in der Video-Zusammenfassung