Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will einen Einsatz der Bundeswehr zur Stabilisierung Libyens nicht mehr ausschließen. "Deutschland wird sich nicht der Verantwortung entziehen können, dabei einen Beitrag zu leisten", sagte sie der Bild-Zeitung. Das von Islamisten bedrohte Land müsse schnell eine funktionsfähige Regierung bekommen. Diese werde außerdem Hilfe benötigen, Recht und Ordnung durchzusetzen.

Es müsse zudem verhindert werden, dass der islamistische Terror im Norden Afrikas eine Achse bilden könne. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" suche in Libyen die Verbindung zur Islamistenorganisation Boko Haram im zentralen Afrika. "Wenn das gelingt, dann entsteht eine Achse des Terrors, die weite Teile Afrikas destabilisieren kann. Die Folge wären neue Flüchtlingsströme. Das dürfen wir nicht zulassen."

Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel hatte bereits vor einer Woche über interne Pläne der Bundeswehr berichtet, Streitkräfte des nordafrikanischen Krisenstaats auszubilden. Dafür könnten 150 bis 200 deutsche Soldaten in Libyens Nachbarland Tunesien geschickt werden, hieß es in dem Bericht.

Ministerin von der Leyen sprach sich im Interview außerdem für eine deutliche Aufstockung des Wehretats aus. "Die Bundeswehr ist in zahlreichen Einsätzen weltweit gefordert", sagte von der Leyen. "Wenn wir all das von unserer Bundeswehr verlangen, müssen wir in Personal wie in moderne, sichere Ausrüstung investieren."