Bei zwei Selbstmordattentaten in Afghanistan sind mindestens 25 Menschen getötet worden. Mehr als 50 wurden verletzt, teilte das Verteidigungsministerium mit. Unter den Toten soll auch der Kommandeur Hadschi Chan Dschan sein, der zum Widerstand gegen die Taliban aufgerufen hatte. Das berichtet die "New York Times". Die meisten Opfer waren Zivilisten.

Am Morgen sprengte sich in Asadabad, der Hauptstadt der Provinz Kunar im Osten das Landes, ein Attentäter am Rand eines belebten Markts in die Luft. Der Mann sei auf einem Motorrad unterwegs gewesen, sagte ein Sprecher des Provinzgouverneurs. Dabei wurden 13 Menschen getötet und mindestens 39 weitere verletzt. Ziel des Attentates sei Hadschi Chan Dschan gewesen, heißt es. Bisher haben sich die Taliban nicht zu dem Anschlag bekannt.

Am Nachmittag zündete ein Talibankämpfer eine Bombe in Kabul in der Nähe des Verteidigungsministeriums. "Es gibt zwölf Tote, darunter zwei afghanische Soldaten, und acht Verletzte", teilte das Verteidigungsministerium mit. Die Taliban selbst meldeten 23 getötete Offiziere und 29 Verletzte. Der Selbstmordattentäter war nach Angaben von Ministeriumssprecher Dawlat Wasiri zu Fuß unterwegs und sprengte sich zum Schluss der Bürozeiten in die Luft.

Friedensverhandlungen geplant

Die Taliban verübten in den vergangenen Wochen häufiger Attentate. Dies wird als Versuch gedeutet, die Ausgangsposition vor der Wiederaufnahme direkter Friedensverhandlungen mit der Regierung zu stärken. Die Gespräche sollen kommende Woche in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad stattfinden, hieß es nach einem Vorbereitungstreffen am Dienstag. Alle Talibangruppen sollten daran teilzunehmen, "um dem Konflikt und dem Blutvergießen im Land ein Ende zu setzen", sagte Außenminister Salahuddin Rabbani, der die Vorgespräche leitete.

In Zusammenhang mit den beiden Anschlägen sagte Afghanistans Präsident Ashraf Ghani nun allerdings, er werde keine Gespräche mit Gruppen führen, die unschuldige Menschen töteten. Die Sicherheitskräfte würden stattdessen den Kampf gegen den Terrorismus verstärken.

Im vergangenen Juli hatte es zuletzt einen Anlauf zu Friedensgesprächen mit den Taliban gegeben. Sie waren jedoch zum Erliegen gekommen, als der Tod von Talibanführer Mullah Omar bekanntgegeben wurde. Zu seinem Nachfolger wurde Mullah Achtar Mansur ernannt. Seitdem gibt es interne Konflikte unter den Talibangruppen.