Aus dem US-Verteidigungsminister sprach der reine Frust. "Unsere sogenannte Koalition" nannte Ashton Carter Anfang Februar im Pentagon vor versammelter Presse die Ad-hoc-Allianz gegen den "Islamischen Staat" (IS). Über 60 Partner haben sich in dieser zusammengetan – von denen viele militärisch aber kaum etwas zur IS-Bekämpfung beitragen. Dabei "brauchen wir alle, alle Europäer, die Staaten am Persischen Golf, die Türkei", so Carter. "Es gibt also viele, die sich stärker einbringen müssen."

Seit Anfang August 2014 führen die USA diesen neuen Krieg, mit begrenzten Mitteln, gewissermaßen "auf Sparflamme". Seither hat Washington für diesen Einsatz die neue "Koalition der Willigen" mit offiziell 66 Mitgliedern zusammengerufen und die Kampfzone knapp zwei Monate später vom Irak auf Syrien ausgeweitet.

Selbst Deutschland beteiligt sich mittlerweile am Einsatz gegen die islamistisch-extremistische Terrormiliz. Der IS hatte zuvor im Juni 2014 Schlagzeilen mit der spektakulären Erstürmung der irakisch-kurdischen Metropole Mossul gemacht und im Sommer 2014 selbst die Hauptstadt Bagdad bedroht.

Erst allmählich, Quadratkilometer für Quadratkilometer, erobern jetzt kurdische Milizen und irakische Regierungstruppen das verloren gegangene Territorium vom IS zurück. 40 Prozent des Territoriums, das der IS am Ende seines Sommerfeldzuges vor anderthalb Jahren im Irak eingenommen hatte, habe man inzwischen zurückgewonnen, erklärte US-Außenminister John Kerry zum wiederholten Mal auf einem Treffen der Anti-IS-Koalition in Rom am 2. Februar. Bezeichnend für das unterschiedliche Engagement der Partner war, dass nur 23 von ihnen in die italienische Hauptstadt gekommen waren.

Der größte Erfolg der "Operation Inherent Resolve", so der offizielle Name für den amerikanischen Einsatz: der Fall Ramadis im Dezember letzten Jahres, einer Stadt mit über 400.000 Einwohnern, 110 Kilometer westlich von Bagdad gelegen. Wesentlichen Anteil am langsamen Vormarsch der Iraker und Kurden gegen die Islamisten hat die militärische Unterstützung, die aber nur ein halbes Dutzend westliche Luftwaffen leisten.

Luftkrieg gegen den IS

Welche Kontingente die Allianz im Einsatz hat. Eine Übersicht

Allen voran die US Air Force, die zusammen mit Kampfjets der Navy und der Marines rund 180 Flugzeuge im Luftraum über Irak und Syrien zum Einsatz bringt. Weitere wichtige Kontingente stellen Frankreich und Großbritannien mit mehreren Dutzend Maschinen unterschiedlicher Spezialisierung, doch die Spannbreite des Engagements reicht bis zu den vier F-16-Jagdbombern, die die Niederlande bereitgestellt haben.

Die deutsche Luftwaffentruppe, die seit Januar Aufklärungsflüge über dem Kampfgebiet fliegt, wirkt im Vergleich mit den amerikanischen, französischen und britischen Einheiten klein, doch sie macht einen wichtigen Job: Informationen über den Feind sind das, was die Anti-IS-Koalition dringend braucht. "Die US-Streitkräfte haben einen nahezu verzweifelten Bedarf an intelligence, surveillance and reconnaisance", erklärt Chris Woods, britischer Journalist und Gründer des Projekts Airwars.org.

Barack Obama - "Putin macht in Syrien einen strategischen Fehler" US-Präsident Barack Obama kritisiert Putins Vorgehen in Syrien scharf. Der russische Einsatz in Syrien sei ein Beleg für die Schwäche der Regierung in Damaskus, sagte Obama. Russland fliegt seit September Luftangriffe in Syrien.