Bolivien - Boliviens Präsident wird Referendum für vierte Amtszeit wohl verlieren In einem Referendum lehnte am Sonntag eine Mehrheit der Bevölkerung Morales' Plan ab, bei der Präsidentenwahl 2019 erneut anzutreten.

Die Bitte des bolivianischen Präsidenten Evo Morales nach einer Möglichkeit für eine weitere Amtszeit ist von seinem Volk laut vorläufigen Zwischenergebnissen nicht erhört worden. Bei einem Referendum sprach sich die Mehrheit offenbar gegen eine Verfassungsänderung aus, mit der der erste indigene Staatschef des südamerikanischen Landes seinen Weg zu einer vierten Amtszeit ebnen wollte. Nach Auszählung von 23 Prozent der Wahlstationen hatten in der Nacht zum Montag 67 Prozent der Wähler den Vorstoß zurückgewiesen.

Rund sechs Millionen Einwohner des südamerikanischen Landes waren zu der Abstimmung aufgerufen. Sie sollten entscheiden, ob Morales im Jahr 2019 wieder kandidieren darf. Der 56-jährige ehemalige Kokabauer regiert bereits jetzt so lange wie kein Staatspräsident vor ihm, seit Bolivien 1825 unabhängig wurde.

Starke Wirtschaft und weniger Arme

Während seiner Präsidentschaft wuchs die Wirtschaft des Landes im Schnitt um 4,9 Prozent, vor allem dank der Einnahmen aus dem verstaatlichten Gasgeschäft. Zudem wurde der Anteil der Armen deutlich reduziert. Kritiker werfen Morales und seiner Partei Bewegung zum Sozialismus (MAS) dagegen autoritäre Tendenzen vor.

Morales war 2006 als erster indigener Politiker an die Spitze des Andenstaats gewählt worden. Er wurde zweimal im Amt bestätigt. Für ein weiteres Mandat ist eine Verfassungsänderung erforderlich: Bislang sieht die Verfassung nur zwei Amtszeiten vor. Morales' erste Wahlperiode wird nicht mitgezählt, weil die Verfassung damals in der aktuellen Form noch nicht in Kraft war.

Zuletzt machte sich Morales in der Bevölkerung durch diverse Affären unbeliebt. So soll der Präsident unter anderem seine Exfreundin, die 28-jährige Gabriela Zapata, begünstigt haben. Zapata gehört zur Führungsriege des chinesischen Unternehmens CAMC, das mit der Regierung Boliviens Verträge in einem Wert von mehr als 500 Millionen Euro abgeschlossen hat.