Hillary Clinton spricht nach ihrem Sieg bei den Vorwahlen in Nevada. ©David Becker/Reuters

Der Geschäftsmann Donald Trump hat die Vorwahl der US-Republikaner im Bundesstaat South Carolina gewonnen. Nach Auszählung fast aller Stimmbezirke lag er mit 32,5 Prozent in Führung. Um den zweiten Platz rangen der erzkonservative Senator Ted Cruz und der Senator Marco Rubio mit je gut 22 Prozent.

Knapp zwei Wochen nach seinem Erfolg bei der Vorwahl in New Hampshire zeigte Trump erneut, dass er seine guten Umfragewerte auch in einen Wahlsieg verwandeln kann. Beim Vorwahlauftakt Anfang Februar in Iowa hatte Trump den zweiten Platz hinter Cruz belegt. Beide Präsidentschaftsbewerber sind bei der Parteiführung unbeliebt, ihre Tiraden gegen die Eliten in Washington treffen an der Basis aber einen Nerv.

Wählerbefragungen zeigten, dass rund drei Viertel der republikanischen Wähler in South Carolina ein vorübergehendes Einreiseverbot für Muslime ohne amerikanischen Pass unterstützen. Dies war einer der umstrittensten Vorschläge Trumps gewesen. Eine Mehrheit der Wähler, die nach einem Außenseiterkandidaten suchten, sprachen sich zudem für den New Yorker Milliardär aus.

Es sei nicht einfach, sich dem Rennen um die US-Präsidentschaft zu stellen, sagte Trump auf seiner Wahlparty in der Stadt Spartanburg in South Carolina. "Es ist hart, es ist böse, es ist gemein, es ist grausam. Es ist schön - wenn du gewinnst, ist es schön", sagte er. Gleichzeitig gratulierte er seinen Konkurrenten, vor allem Ted Cruz und Marco Rubio, zu ihrem Kampf bei der Abstimmung. Er machte jedoch auch klar, er werde "morgen zurück in den Krieg" gehen.

Rubio sagte auf einer Wahlkampfparty, die Vorwahlen seien zu einem Dreikampf zwischen ihm, Donald Trump und Ted Cruz geworden. Nachdem er ein gutes Ergebnis bei der dritten republikanischen Vorwahl erzielt hatte, sagte der Senator von Florida voraus, er werde die Nominierung seiner Partei gewinnen.

Jeb Bush steigt aus dem Rennen aus

Der frühere Gouverneur von Florida, Jeb Bush, hat unterdessen seinen Rückzug aus dem Präsidentschaftsrennen der Republikaner erklärt. "Heute Abend setze ich meine Kampagne aus", sagte Bush nach seinem enttäuschenden Abschneiden bei der Vorwahl in South Carolina. Wegen seiner Kontakte zum republikanischen Establishment und zu finanzkräftigen Wahlkampfspendern hatte der Sohn und Bruder zweier Expräsidenten ursprünglich als ein Favorit gegolten.

In South Carolina holte Bush Teilergebnissen zufolge nur rund acht Prozent der Stimmen, obwohl er in dem Südstaat viele Wahlkampfauftritte absolvierte und Millionensummen für Wahlspots ausgab. Schützenhilfe hatte er auch von Expräsident George W. Bush erhalten, der in South Carolina am Montag erstmals einen Wahlkampfauftritt für seinen Bruder absolviert hatte. 

Hillary gewinnt gegen Sanders

Hillary Clinton setzte sich bei der Vorwahl um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten im Bundesstaat Nevada knapp gegen ihren Kontrahenten Bernie Sanders durch. Nach Auszählung von 91 Prozent der Stimmbezirke lag sie uneinholbar mit 52,6 Prozent vor Sanders mit 47,3 Prozent.

"An alle, die sich in jeder Ecke von Nevada mit Entschlossenheit und Herz beteiligt haben: Das ist euer Sieg. Danke schön", schrieb die frühere Außenministerin auf Twitter. Überall in dem westlichen Bundesstaat waren am Samstag Anhänger der Demokraten zu Wahlversammlungen zusammengekommen, den sogenannten Caucuses.

Sanders räumte seine Niederlage ein und gratulierte Clinton telefonisch. "Ich bin sehr stolz auf unseren Wahlkampf", erklärte der Senator. "Vor fünf Wochen lagen wir 25 Prozentpunkte zurück und am Ende sind wir bei einer sehr knappen Wahl gelandet. Und wir werden Nevada wahrscheinlich mit einem soliden Anteil an Delegiertenstimmen verlassen."