Inmitten wachsender Spannungen auf der Koreanischen Halbinsel sind vier amerikanische F-22-Kampfjets über Südkorea geflogen. Die Tarnkappenbomber wurden von einem Fotografen der Nachrichtenagentur AP gesichtet, bevor sie auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Osan bei Seoul landeten. Sie wurden von anderen amerikanischen und südkoreanischen Kampfjets begleitet. Die F-22-Jets gelten als die teuersten Jagdflugzeuge der Welt und sind in der Lage, von Radarsystemen unentdeckt zu bleiben.

Nordkorea wird die Ankunft der F-22-Jäger aller Wahrscheinlichkeit nach als Bedrohung ansehen. Die Aktion des US-Militärs soll offenbar dazu dienen, dem Norden zu zeigen, was die USA einsetzen könnten, sollten sie Südkorea verteidigen müssen.

"Die F-22 Raptor sind die fähigsten Luftüberlegenheitsjäger der Welt, und sie stellen eine von vielen Möglichkeiten für die Verteidigung dieser großartigen Nation dar", teilte der stellvertretende Kommandeur des US-Militärkommandos in Südkorea, Terrence J. O'Shaughnessy, mit. "Diese Mission demonstriert die Stärke der Allianz der USA mit Südkorea", sagte er weiter. Die USA hielten ein festes Bekenntnis zur Verteidigung des asiatischen Landes aufrecht. Wie lange die Bomber in Osan stationiert sein werden, sagte O'Shaughnessy nicht.

Zuvor hatte die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye vor einem Kollaps Nordkoreas gewarnt, sollte das abgeschottete Land sein umstrittenes Atomprogramm nicht aufgeben. Park sagte vor dem Parlament in Seoul, ihr Land müsse stärkere und effektivere Maßnahmen ergreifen, damit Pjöngjang realisiere, dass seine nuklearen Ambitionen nur in eine Beschleunigung des Kollapses des Regimes münden würden. Park bezeichnete Nordkorea als erbarmungslos. Das Land stehe unter einer extremen Terrorherrschaft. Es ist äußerst ungewöhnlich für südkoreanische Spitzenpolitiker, von einem Regierungssturz in Nordkorea zu sprechen.

Die angespannte Situation mit der politischen Führung um Kim Jong Un hat sich in diesem Monat weiter zugespitzt, nachdem Pjöngjang mehrere Warnungen ignoriert hatte und eine Langstreckenrakete startete. Diese beförderte laut nordkoreanischen Angaben einen Beobachtungssatelliten in die Erdumlaufbahn. Die Regierungen in Washington und Seoul betrachten den Start aber als einen verbotenen Test von Raketentechnologie.