Steinmeier (l.) und sein russischer Amtskollege auf einer gemeinsamen Pressekonferenz 2014 in Moskau ©  Bernd von Jutrczenka/ dpa

Nach der Aussetzung der Syrien-Verhandlungen in der Schweiz wird es kommende Woche eine Fortsetzung der Gespräche in München geben. Sowohl Deutschland als auch die USA und Russland wollen sich daran beteiligen. Eine entsprechende Vereinbarung hat das russische Außenministerium inzwischen bestätigt.

Von dort hieß es, die Außenminister Sergej Lawrow und John Kerry hätten in einem Telefonat vereinbart, dringend notwendige Schritte zu unternehmen, um die stockenden Verhandlungen in der Schweiz in Schwung zu bringen. Zu den Gesprächen unmittelbar vor der Münchner Sicherheitskonferenz werden auch Vertreter weiterer Staaten erwartet.

Nach Angaben aus dem Auswärtigen Amt in Berlin soll es sich um informelle Gespräche wichtiger Akteure jener Staatengruppe handeln, die im Oktober in Wien die Grundlage für die Friedensverhandlungen geschaffen hatte. In der nächsten Woche sollen in München die Außenminister dieser etwa 20 Staaten und Organisationen tagen. Dazu gehört auch Russland, das unter anderem vom US-Außenminister für das Scheitern der Genfer Gespräche mitverantwortlich gemacht worden war.

"Ich glaube, dass wir in den nächsten Tagen gerade auch mit Russland darüber sprechen und sprechen müssen", sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier. "Ich glaube, dass jetzt der Druck und die Überzeugungskraft von außen wieder sichtbar werden muss, damit dieses Momentum nicht verloren geht." Der SPD-Politiker nannte die Situation "schwierig, aber nicht aussichtslos".

Die Friedensgespräche waren am Mittwoch bis zum 25. Februar ausgesetzt worden. Die Gegner des syrischen Machthabers Baschar al-Assad sowie Kerry und sein französischer Amtskollege Laurent Fabius machten dafür nicht nur das Regime in Damaskus, sondern auch dessen russischen Verbündeten verantwortlich. Steinmeier dagegen erwähnte Russland nicht, als er das Verhalten der Assad-Führung kritisierte.